Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen erneut die mangelnden Bildungschancen von Kindern mit Migrationhintergrund. Die Juso-Hochschulgruppen fordern ein Umdenken in der Bildungspolitik von der Vorschule an und wenden sich gegen ein “Wegselektieren” nach der Grundschule. Bessere Chancen und Zukunftsperspektiven junger Menschen sind die Grundlage für erfolgreiche Integration.
Christian Berg, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, erklärte dazu: “Junge Menschen mit Migrationshintergrund haben heute faktisch keine Chance, einen höheren Schulabschluss zu erhalten und sich damit Zukunftsperspektiven aufzubauen. Damit geht jede Grundlage für erfolgreiche Integration und damit für eine tolerante Gesellschaft von morgen schon in der Grundschule unwiderruflich verloren.”
Die Juso-Hochschulgruppen fordern eine bessere Betreuung junger Migrantinnen und Migranten schon ab der Vorschule – die häufig gerade von Kindern mit Migrationshintergrund nicht besucht wird. Vor allem aber die schulische Bildung muss dazu beitragen, junge Menschen ungeachtet ihrer Herkunft zu fördern.
Christian Berg: “Keine Frage: Beste Kenntnisse der deutschen Sprache sind der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Das beste Kapital junger Migrantinnen und Migranten ist aber gerade ihre Zweisprachigkeit – das wird nicht anerkannt! Durch solche Fehler werden jungen Menschen systematisch Bildungschancen geraubt. Das ist nicht nur beschämend, sondern gefährdet langfristig unsere Demokratie.”
Anlässlich der Bildungsmesse didacta hatte das Statistische Bundesamt de neuesten Zahlen zu ausländischen Schülerinnen und Schülern vorgelegt. Demnach lag der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an Hauptschulen bei 19,2 Prozent und an Gymnasien bei 4,3 Prozent. Jeder fünfte Schulabgänger ohne Abschluss hat einen Migrationshintergrund, während der Anteil von Abiturientinnen und Abiturienten mit Migrationshintergrund lediglich 3,6 Prozent beträgt.