An diesem Samstag auf dem Landesparteitag der Thüringer SPD in Schmalkalden stritt die 15-köpfige Jenaer Delegation für Christoph Matschie.
Überraschend hatte der ehemalige Innenminister Richard Dewes auf dem Parteitag angekündigt, 2009 als Spitzenkandidat der SPD antreten zu wollen. Die Delegierten erkannten das politische Ränkespiel. Eine Aussprache wurde von über 40 der 200 Delegierten genutzt – die wahrscheinlich längste Aussprache in der Geschichte der Thüringer SPD.
Die Reaktionen auf dem Parteitag haben gezeigt, dass sich ca. 80 Prozent der Delegierten hinter den Landesvorsitzenden stellen. "Wir werden einen offenen und fairen Entscheidungsprozeß führen. Ich will gemeinsam mit der SPD als Spitzenkandidat in die Landtagswahl ziehen und die CDU schlagen", so Matschie.
Aus Jena sprachen Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter, Fraktionschef Dr. Jörg Vogel und Landesparteiratsmitglied Robert Conrad für Matschie und kritisierten den vermeintlichen Comeback-Versuch von Dewes.
Der Landesvorstand befindet voraussichtlich am 6. Dezember über einen möglichen Mitgliederentscheid. "Unsere Aufgabe als Jenaer Kreisverband ist es, Christoph Matschie auf seinem Weg zu bestärken und somit 2009 den Regierungswechsel herbeizuführen," so die SPD-Kreisvorsitzende Sabine Hemberger.
Neben den Diskussionen um Personen setzte der Kreisverband auch inhaltliche Akzente. Der Jenaer Initiativantrag gegen die Vorratsdatenspeicherung wurde einstimmig angenommen.
Personen auf dem Foto (v.l.n.r): Dr. Albrecht Schröter, Andrea Weber-Tuckermann, Janina Löbel, Christoph Matschie, Lutz Liebscher, Anne Jerosch, Andreas Müller, Elmar Kalmanfi, Klaus Wowereit, Robert Conrad, Steffen Bartholomes