AfA kritisiert die Abkoppelung der Löhne und Gehälter von der Produktivitätsentwicklung
„Erheblicher Spielraum bei der Lohn- und Gehaltsentwicklung ist allein aus der Entwicklung der letzten Jahre in Jena auszumachen.“ so Torsten Wolf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen der SPD Jena und Stadtratskandidat.
So verdienten Arbeitnehmer in Jena im Jahr 2006 (neuere Zahlen nicht vorhanden) mit 1965€ zwar 111,2% des Thüringer Durchschnittes. Aber gemessen an allen anderen Vergleichparametern liegt Jena zum Teil deutlich hinten. So bekamen die Arbeitnehmer 2006 in Jena lediglich 76% des Gesamtdeutschen Verdienstes. Hier gab es im Vergleich zu 2000 einen Rückgang um 0,8%. Im Vergleich zu Westdeutschland verdienten die Arbeitnehmer in Jena 2006 lediglich 73%, ein Rückgang zu 2000 um 0,9%. Auch im Vergleich zu allen ostdeutschen Regionen verdienten die Beschäftigten in Jena nur 98,5%. Hier ist ein Rückgang um 2,5% feststellbar.
Weiterhin ist festzustellen, dass Jena der Lohn- und Gehaltsentwicklung im Bund (-1%), gegenüber dem Westen (-0,5%) und gegenüber allen ostdeutschen Regionen (-3%). hinterherhinkt. Das man besser als der Thüringer Schnitt ist dürfte beim Ringen um die besten Köpfe kaum eine Rolle spielen.
Völlig abgekoppelt wurde die Entwicklung der Löhne und Gehälter in Jena von der Produktivitätsentwicklung. So stieg die Produktivität von 2000-2006 um 24,9%, je Beschäftigten gar um 25,7%. Die Lohnentwicklung hinkt hier aber mit 10,3% weit hinterher bzw. macht nur 40% der Produktivitätsentwicklung aus.
Zusammenfassend stellt Torsten Wolf fest: “Auch in Jena schein die Niedriglohnstrategie des Freistaates seine Fortsetzung zu finden. Dem kann nur mit einer wesentlich höheren Bindung an den Flächentarifvertrag, mit Mindestlöhnen und der Zurückdrängung prekärer Beschäftigungsverhältnisse, auch und gerade in Zeiten der Krise, begegnet werden.“