Zu den heutigen Beratungen der für Hochschule und Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan über einen Hochschulpakt 2020 erklärt Martin Timpe, Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen: Die Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland sind schon heute massiv unterfinanziert.
Auf ca. einer Million Studienplätze studieren mehr als zwei Millionen Studentinnen und Studenten. Dieser unhaltbare Zustand darf nicht noch weiter verschärft werden. Bund und Länder müssen ihrer Verantwortung für die Bildung junger Menschen gerecht werden und endlich aufhören, einseitig die Forschung an deutschen Hochschulen zu stärken. Die Exzellenzinitiative geht am Kernproblem der Hochschulen vorbei und stärkt Universitäten, die schon heute stark sind, weiter.
In den nächsten Jahren wird erfreulicherweise die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung stark ansteigen. Wer auch nur einen Bruchteil der Sonntagsreden ernst nimmt, der muss diesen jungen Menschen den Weg an die Hochschulen eröffnen. Das wird nur gelingen, wenn Bund und Länder umgehend ihre Machtspielchen um Zuständigkeiten im föderalen System beenden und im Sinne junger Menschen eine gemeinsame Anstrengung für einen Ausbau der Lehrkapazitäten unternehmen. Nur gemeinsam wird es möglich sein, bis zu 2,7 Millionen Studierenden im Jahr 2013 qualitativ hochwertige Studienplätze an den Hochschulen anzubieten.
Wir haben keine Zeit zu verlieren! Der Aufbau neuer Lehrkapazitäten dauert Jahre - und die haben wir nicht. Deshalb begrüßen wir den Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz, Professorenstellen durch "Vorziehprofessuren" doppelt zu besetzen. Würden die Minister diesen Vorschlag aufgreifen und dafür die finanziellen Mittel in ihren Haushalten zur Verfügung stellen, wäre ein erster wichtiger Schritt zum Ausbau der Lehre getan.