„Kultusminister Müller hat für keines der drängenden
bildungspolitischen Probleme eine echte Lösung anzubieten.“
Diese Negativbilanz zieht Hans-Jürgen Döring, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs 2009/10.
Döring verweist dabei insbesondere auf den viel zu schmalen
Einstellungskorridor für Nachwuchspädagogen. „Die von Minister Müller
immer wieder gepriesenen 100 Neueinstellungen können das altersbedingte
Ausscheiden von fast 400 Lehrern im kommenden Schuljahr keinesfalls
kompensieren“, sagt der Bildungspolitiker. In den nächsten Jahren
drohe Thüringens Schulen durch das Ausscheiden einer ganzen
Lehrergeneration eine gewaltige Personallücke. Darauf habe die
Landesregierung bislang keinerlei Antwort gefunden.
Als weiteres Defizit benennt Döring die nach wie vor ungelöste
Problematik in Sachen Floating. „Auch das neue Schuljahr beginnt mit
einer in zwei Klassen gespaltenen Lehrerschaft und einer Menge Unruhe in
den Kollegien“, sagt Döring. Er fordert das Kultusministerium auf, in
Kooperation mit den Lehrerverbänden rasch zu Lösungen im Sinne der
betroffenen Floating-Lehrer zu kommen. Der SPD-Bildungspolitiker
verweist zudem auf die noch immer unzureichenden personellen
Rahmenbedingungen für Ganztagsschulen oder die Realisierung der
Initiative Gemeinsamer Unterricht. „Hier mangelt es den Schulen, die
sich weiter entwickeln wollen, an der nötigen Unterstützung durch das
Kultusministerium“, kritisiert Döring.
Dringenden Handlungsbedarf sieht er außerdem bei der Überwindung des
gegliederten Schulsystems. „70 Prozent der Thüringer, Vertreter der
Wirtschaftsverbände und alle demokratischen Parteien mit Ausnahme der
CDU sind für längeres gemeinsames Lernen“, erinnert Döring. Dieses
eindeutige Votum gelte es bildungspolitisch endlich umzusetzen.
Mit ihrem Konzept der Thüringer Gemeinschaftsschule mit individueller
Förderung stehe die SPD-Landtagsfraktion für längeres gemeinsames
Lernen bis einschließlich Klasse 8.