
Wenn morgen in der Veranstaltungsreihe Geraer Gespräch 18 Uhr im Stadtmuseum an die wahren Rebellen von Gera anhand von Schicksalen einiger Sozialdemokraten gedacht wird, dann fehlt in dieser Runde die Erinnerung an den Geraer Arno Groß.

Wenn morgen in der Veranstaltungsreihe Geraer Gespräch 18 Uhr im Stadtmuseum an die wahren Rebellen von Gera anhand von Schicksalen einiger Sozialdemokraten gedacht wird, dann fehlt in dieser Runde die Erinnerung an den Geraer Arno Groß.
Gera. Am 12. Dezember vor nunmehr 58 Jahren starb er in der Haftanstalt Bautzen an den unmenschlichen Bedingungen. Zum Verhängnis wurde ihm seine ungebrochene sozialdemokratische Gesinnung.
1920 beteiligt sich der damals 31-Jährige an der Niederschlagung des Kapp-Putsches. Folgerichtig gründete er als Vorstandsmitglied der Geraer SPD die Sozialdemokratische Wehrorganisation "Reichsbanner" und wurde 1931 dessen Kreisleiter. Mit der Machtübernahme der Nazis wurde 1933 Arno Groß mit vielen anderen Genossen in so genannte Schutzhaft nach Bad Sulza gebracht. Bis 1939 wurde er sieben Mal in Haft genommen und kam ins KZ Buchenwald, wo er vier Jahre leiden musste.
Seine Frau beging wegen der aussichtslos scheinenden Lage ihres Mannes Selbstmord. Nach Kriegsende wurde Arno Groß Kreispolizeiführer und stellvertretender Landrat und, nach Wiederzulassung von Parteien, Mitbegründer der SPD und dessen Kreisvorsitzender. Ende 1945 enthoben ihn die sowjetischen Behörden aller Ämter. Als er am 15. März 1949 von der Berliner SPD herausgegebene Schriften verteilte, wurden er und weitere 23 ehemalige Geraer SPD-Genossen verhaftet. Sie wurden zu 25 Jahre Haft verurteilt.
Sieben Jahren mussten verbüßt werden, doch Arno Groß überstand die Haft nicht. Mit anderen SPD-Genossen aus jener Zeit teilt er das Schicksal, nicht in die Annalen der Widerstandskämpfer gegen den Faschismus eingegangen zu sein, da er nach dem Krieg nicht systemkonform war.
Quelle: Petra Beck / 12.12.11 / OTZ
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