Eine deutlich bessere finanzielle und personelle Ausstattung der
Stiftung Ettersberg fordert Hans-Jürgen Döring, kulturpolitischer
Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.
Döring bezieht sich dabei auf den Beschluss der Landesregierung, die geplante Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt in Trägerschaft der Stiftung zu überführen. „Wenn die Stiftung Ettersberg diese neue wichtige Aufgabe sachlich angemessen bewältigen soll, dann braucht sie auch entsprechende Rahmenbedingungen“, sagt der Kulturpolitiker. Die bisher im Landeshaushalt eingestellten Zuschüsse für Ettersberg in Höhe von jährlich rund 250.000 Euro reichten dafür bei weitem nicht aus. Auch personell sei die Stiftung in den vergangenen Jahren vom Land knapp gehalten worden. „Mit den bisherigen Eigenmitteln der Stiftung lässt sich eine qualifizierte Gedenkstättenarbeit nicht leisten“, ist sich Döring daher sicher. Das Land sei in der Pflicht, hier nun rasch finanziell und personell nachzubessern.
Der Kulturpolitiker setzt sich gleichzeitig dafür ein, den Thüringer
Opferverbänden bei der künftigen Gedenkstättenarbeit eine wichtige Rolle
einzuräumen. „Die unmenschlichen Bedingungen der Stasi-Untersuchungshaftwerden erst durch Zeitzeugenberichte wirklich fassbar“, sagt Döring.
Daher sei es unerlässlich, den Opfern in der geplanten Gedenkstätte eine
Darstellung ihrer eigenen Sicht auf die frühere Stasi-Haftanstalt zu
ermöglichen. Nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Stiftung und
Opferverbänden sowie durch die bewusste Einbindung der Zeitzeugen in die Gedenkstättenaktivitäten ließen sich die derzeitigen Vorbehalte der
Opfervertreter gegenüber der Stiftung Ettersberg überwinden.