
Thal/Ruhla. (CG) Wie jedes Jahr trafen sich am 25. März auf dem Friedhof in Thal Bürgerinnen und Bürger, um der Opfer eines heimtückischen mehrfachen Mordes an progressiven Einwohnern durch rechtsextremistische Studentenkorps aus Marburg im Jahre 1920 zu gedenken.
Neben dem Bürgermeister der Stadt Ruhla Hans-Joachim Ziegler waren dies u.a. die SPD-Kreisspitze bestehend aus dem Vorsitzenden Jürgen Holland-Nell und seinen Stellvertretern Maik Klotzbach und Christian Gesang.
Auch der SPD-Ortsverein Ruhla, der an der Organisation maßgeblich mitwirkt und Mitglieder der Partei Die Linke von Stadt und Kreis.
Zudem Vertreter des Magistrats der Stadt Marburg und des dortigen Geschichtsvereins.
Hans-Joachim Ziegler ging nicht nur wie üblich auf die historischen Umstände ein und erinnerte an den Ablauf des Verbrechens.Er mahnte auch dazu an, gegenwärtige Alarmsignale ernst zu nehmen.Und er sprach sich für Offenheit und Solidarität gegenüber Flüchtlingen aus, die Schlimmes erlitten haben, bevor sie im Wartburgkreis ankommen.
Ruhla selbst gehört zu den Gemeinden, die eine recht große Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen und die auf ein vorbildliches Engagement der Bürger verweisen kann, die sich ehrenamtlich darum bemühen, dass Willkommenskultur keine Worthülse ist.
Nach den Reden der Vertreter der obene genannten Gruppierungen hielten die Versammelten eine Schweigeminute ab und legten im Gedenken Gebinde und Kränze ab.
Auch Hans-Joachim Ziegler und Jürgen Holland Nell ehrten die Toten mit einem Gedenkkranz am Mahnmal.
In 5 Jahren jährt sich die Tat zum 100. Mal. Es wäre gut, wenn auch der Nachfolger des aus dem Amt scheidenden Marburger Bürgermeisters Egon Vaupel (SPD) diesen Weg der Versöhnung und offenen Auseinandersetzung mit diesem Teil der Vergangenheit der Marburger Stadt und Universität weiter geht.