Gedenken an die Märzgefallenen am Ehrenmal in Eisenach

Veröffentlicht am 23.03.2010 in Allgemein

Vertreter von „Die Linke“ und der SPD legten Blumengebinde am Ehrenmal in der Frankfurter Straße nieder

Während des Kapp-Putsches am 18. März 1920 töten Polizisten und Militär fünf unbewaffnete Eisenacher. Ihrer gedachten Vertreter der SPD, Die Linke und des DGB-Ortskartells am Ehrenmal in der Frankfurter Straße. Norbert Göpfert vom Stadtvorstand “Die Linke“ erinnerte an dieses „dunkle Kapitel, das uns allen auch heute Mahnung sein soll. In keiner Form dürfe rechtes Gedankengut salonfähig werden.

Für die Sozialdemokraten blickte Thomas Levknecht, der stellvertretende Vorsitzende der Ratsfraktion, in die Geschichte:
„Die Opfer dieses Tages vor 90 Jahren waren Zivilisten.
Unbewaffnete Bewohner der Eisenacher Weststadt. Wohnhaft in der Frankfurter Straße, Katharinenstraße und vom Wolfgang. Selbst böswillige Untersuchungen konnten den toten Eisenachern keine politischen Zugehörigkeiten nachweisen.
Was war geschehen an jenen Tagen?
Kaiserliches Militär, Monarchisten, Nationalisten und die Vertreter des deutschen Großkapitals, also die Eltern des Kaiserreiches, das Europa in den Abgrund des ersten Weltkrieges gestürzt hatte, wollten die junge deutsche Republik nach wenigen Monaten wieder mit Gewalt beseitigen. Das Volk und nicht die Arbeiterschaft rief den Generalstreik aus. Rief auf, zum zivilen Ungehorsam gegen die Brutalität von Kriegswaffen und für den Erhalt der Republik und der ersten deutschen Demokratie.
So stellte sich auch an der Kreuzung Frankfurter/Kasseler Straße eine unbewaffnete
Volksmenge der bewaffneten Eskorte aus Polizei und Militär in den Weg. Mit Handgranaten und Gewehrschüssen bahnte sich dieser Trupp den Weg durch die Eisenacher Bevölkerung.
Man fühlte sich bedroht vom unbewaffneten Volk! Man tat nur seine Pflicht, obwohl sie durch Eid und durch keine Regierung dazu ermächtigt waren, nur durch das selbstherrliche Monopol ihrer Waffengewalt.
Dass diese Täter für ihre Morde nie vor Gericht standen, wirft ein Bild auf den labilen politischen Zustand dieser ersten deutschen Republik.
Uns sollten diese fünf toten Eisenacher Bürger mahnen,
dass man allein mit Mitteln des Militärs und des Krieges keine innenpolitischen Probleme, keine gesellschaftlichen Probleme lösen kann. Nicht im damaligen Deutschland und auch heute nirgendwo auf der Welt.“
Mit Blumengebinden wurden der Opfer von vor 90 Jahren geehrt.

 
 

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