Fusion der Standesämter geplatzt

Veröffentlicht am 21.10.2011 in Allgemein

Die Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue lehnt den Beitritt von Lucka und Meuselwitz einstimmig ab.

Die Osterländer Volkszeitung (OVZ) berichtet in ihrer Ausgabe vom 21.10.2011 über dieses Thema.

Treben/Meuselwitz. Die Erweiterung des Standesamtsbezirkes Altenburg um die Städte Meuselwitz und Lucka ist vom Tisch. Die Bürgermeister der Verwaltunggemeinschaft Pleißenaue stimmten geschlossen dagegen. Für eine Fusion wäre ein "Ja" aller vom Altenburger Standesamt bereits betreuten Kommunen nötig.

Bislang haben sich sämtliche Gemeinden für die Erweiterung ausgesprochen. Auch am Mittwochabend schien gegen 19 Uhr im Meuselwitzer Stadtrat alles planmäßig weiterzulaufen: Der Beschluss zum Beitritt zum Standesamtsbezirk Altenburg ging ohne große Diskussionen und einstimmig über die Bühne. Da ahnte in der Orangerie noch keiner der Anwesenden, dass just zur gleichen Zeit rund 15 Kilometer östlich in Treben ein ebenso deutliches Stimmergebnis erzielt wurde - nur genau umgekehrt: Aus der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue kam ein "Nein" ohne Gegenstimmen und Enthaltungen.
Zuvor hatte der für das Standesamt im Altenburger Rathaus zuständige Referatsleiter, Lutz Meyner, im Trebener Rittergut nochmals vergebens versucht, die Runde von den Vorzügen dieser Erweiterung des Amtsbezirkes zu überzeugen. Tenor: Mit größeren Verwaltungseinheiten sei ein effizienteres Arbeiten möglich und Kostensteigerungen ließen sich in Grenzen halten.
Was aber die Runde um VG-Chef Uwe Melzer beim vorliegenden Vertragsentwurf anzweifelte. Vor allem stießen sie sich an der geplanten personellen Ausstattung des größeren, dann für rund 75 700 Einwohner zuständigen Standesamtes Altenburg. Dafür sind 4,55 Vollzeitstellen vorgesehen. Was man in der Pleißenaue für zu viel hält. Man sei beileibe kein Gegner von größeren Strukturen, betonte Melzer. Aber ein effizienteres Arbeiten sei in dem geplanten Modell nicht erkennbar. "Die anfallende Arbeit würden auch vier Mitarbeiter schaffen", sieht Melzer Nachbesserungsbedarf. Vor allem müsse man die demografischen Fakten berücksichtigen, die belegen, dass die Bevölkerungszahl hierzulande sinkt.
Befürworter der Fusion halten entgegen, dass auf jede Mitarbeiterin rund 16 600 Bürger entfallen und man damit sogar unterbesetzt sei. Während die Meuselwitzer Bürgermeisterin Barbara Golder (CDU) sich zu der Ablehnung nicht äußerte, machte die Luckaer Amtskollegin Kathrin Backmann (SPD) keinen Hehl aus ihrer Betroffenheit: "Ich war erst wie gelähmt, als ich von der Ablehnung erfahren habe. Das ist einfach unfassbar", meinte sie. Nun sei "eine richtungweisende Entscheidung für viele Gemeinden am Veto einer kleinen Minderheit gescheitert", meinte sie.
Bis zur Ablehnung aus der Pleißenaue hatte das Projekt nur Zustimmung erfahren: Vor Meuselwitz haben bereits Lucka, Saara, Nobitz und Altenburg dem Beitritt zugestimmt. Die Entscheidungen aus den Verwaltungsgemeinschaften Rositz, Wieratal und Altenburger Land werden in den nächsten Tagen erwartet. Am 26. Oktober treffen sich in Altenburg die Vertreter aller im hiesigen Standesamtsbezirk integrierten Gemeinden zur finalen Abstimmung. Mit dem "Nein" aus der "Pleißenaue" eine reine Formalie.

Jörg Wolf

 
 

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