Die SPD-Fraktion in Gera ist enttäuscht von der schleppenden Unterstützung des Pilotprojekts Freifunk durch die Stadtverwaltung in Gera. „Frau Hahn scheint nicht wirklich hinter dem Projekt zu stehen. Statt als Katalysator zu wirken, bremst die Verwaltung den Freifunk auf Schneckentempo“, kritisiert Stadtratsmitglied Melanie Siebelist.
„Wir haben uns lange zurückgehalten, dies zu bemängeln. Schon allein wegen der Außenwirkung im Land. Aber es reicht.“ Während der Freifunk-Verein sich energisch dafür einsetzt, das in ganz Thüringen einzigartige Pilotprojekt voranzutreiben, lasse sich die Verwaltung scheinbar alle Zeit der Welt.
„Das Land kann unmöglich darauf warten, dass die Stadtverwaltung Gera aus dem Knick kommt. Bis hier etwas passiert ist, hat man in Erfurt bereits in allen Straßenbahnen und öffentlichen Plätzen Freifunk“, ärgert sich Siebelist. Erst habe man auf die Ausschreibung einer Stelle gewartet, nun auf deren Besetzung.
„Wann wird das Rathaus zugeschaltet? Wann das KuK? Wann sind weitere öffentliche Einrichtungen an der Reihe? Wann kommt endlich der erste Zugang durch die Stadt?“, fragt Siebelist. Dazu komme, dass die Aktivitäten seitens der Verwaltung intransparent sind.
Der Ausbau von WLAN-Hotspots an wichtigen Punkten in anderen Thüringer Städten gehe zügig voran. „Dabei hätte Gera mit mehr Geschwindigkeit thüringenweit Vorreiter sein können. Die Voraussetzungen waren durch den Projektzuschlag inklusive 200.000 Euro Fördermitteln gegeben.“ Die Geduld der SPD-Fraktion sei daher erschöpft. Sie erwartet mehr Tempo und einen ehrgeizigeren Zeitplan seitens der Verwaltung.