Unter dem Titel "Offensive gegen Familien?" fand am 01. Dezember 2005 eine Konferenz der FES zur Familienpolitik statt.
Den Auftakt machte ein bemerkenswerter Beitrag von Herrn Dr. Otto Schweitzer (Bildungsexperte, Soziologe und Filmemacher) der seinen Film zum Thema frühkindliche Bildung präsentierte. In seiner Arbeit stellte er insbesondere heraus, welche enorme Bedeutung die Förderung der Kinder in den ersten Lebensjahren hat.
In den sich anschließenden Diskussionen wurde der Fokus auf die sogenannte Familienoffensive der Landesregierung gelegt. Die ca. 70 Teilnehmer, überwiegend Erzieherinnen aus Thüringer Kitas, machten sehr deutlich, dass sie nicht viel von den geplanten Einschnitten in die Kita-Landschaft halten.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Reyk Seela versuchte in seinen Statements die Familienoffensive zu verteitigen. Allerdings ohne Erfolg. Seine Argumentation, dass er sich als Jenaer Stadtrat für die Kitas einsetzen werden, wurde als doppelzüngig wahrgenommen. "Man kann nicht erst im Landtag für Kürzungen stimmen und sich dann im Stadtrat als Beschützer gerieren", sagte eine Teilnehmerin.
Christoph Matschie, Jenaer SPD-Landtagsabgeordneter, forderte, dass in Thüringen weniger in Beton und mehr in die Köpfe investiert werden soll. Matschie wies auf die Notwendigkeit hin, dass mehr in die frühkindliche Bildung investiert werden muss, statt dem System Geld zu entziehen. Er erneuerte seine Forderung nach einer besseren Ausbildung für die Erzieherinnen an einer Fachhochschule oder Hochschule.
Der Film "Im Frühlicht" von Dr. Donata Elschenbroich und Dr. Otto Schweitzer kann im Internet angeschaut oder als DVD bestellt werden.