
Vorschlag an Bundesverkehrsminister Tiefensee in Greiz - Gespräch mit Bürgern

Vorschlag an Bundesverkehrsminister Tiefensee in Greiz - Gespräch mit Bürgern
Wahlkampf-Helfer Wolfgang Tiefensee, SPD-Sympathieträger, früherer Leipziger Oberbürgermeister und heutiger Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, kämpfte sich mit ziemlicher Verspätung ins Ostthüringische vor. Er war entgegen allen Ratschlägen an der Autobahn in Gera - seiner Geburtsstadt - abgefahren und quälte sich dann wegen der in Wolfsgefärth gesperrten B 92 durchs Hinterland nach Greiz. Die 45-minütige Verzögerung hatte zur Folge, dass am Ende der Stippvisite keine Zeit mehr für Bürgergespräche am SPD-Stand auf dem Markt blieb, da der inzwischen wie die meisten Freitagshändler abgebaut hatte.
Die Greizer, die Wolfgang Tiefensee treffen wollten, kamen trotzdem zu ihrem Recht. Manfred Mittag aus Reudnitz machte gleich bei der Ankunft auf dem Von-Westernhagen-Platz ein Erinnerungsfoto mit dem Handy. Wenige Meter weiter stand Ursula Müller mit Günter und Christel Vogel. Ihre Kinder hätten wegen der Arbeit alle nach außerhalb gehen müssen, gaben sie dem Bundesminister zu denken. Er habe ja in Leipzig was Gutes geschaffen, rief ihm Günter Vogel zu. "Aber es braucht Zeit", bat Tiefensee um Geduld und bestärkte die drei Greizer darin, weiter optimistisch zu bleiben. Die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat auch Eberhard Hofmann. Er übergab Tiefensee einen Brief mit einem Vorschlag, wie der Staat ohne Mehrwertsteuer auskommen kann: "Alle, die auseinander wohnen, müssten heiraten. Da ist Geld einzusparen in Massen."
Nach einem kurzen Rundblick auf dem Markt schrieb Tiefensee "den Bürgerinnen und Bürgern alles alles Gute für die Zukunft" ins Goldene Buch. Und dann versuchten Stadtoberhaupt Dr. Andreas Hemmann und Stellvertreter Gerd Grüner den Minister für akute Infrastrukturprobleme zu sensibilisieren. Zuerst für die B 92 Gera - Weida - Greiz mit ihrer extremen Verkehrsbelastung und zahlreichen schweren Unfällen, wie sich erst gestern wieder dramatisch bestätigen sollte. "Hier muss unbedingt was passieren", appellierte Grüner. Ein erster Schritt wäre, die Dreispurigkeit zwischen Weida und Greiz weiter fortzuführen, vielleicht punktuell und wechselseitig, um für Entlastung zu sorgen.
Das Land sehe hier momentan wenig Priorität, wusste Tiefensee. Wenn die Strecke nicht im "vordringlichen Bedarf" eingeordnet werde, sei sie bis 2015 zurück gestellt. "Unser Anliegen ist es, dir das einfach mit auf den Weg zu geben", warf Dr. Hemmann ein. "Wir machen da auch auf der Landesebene nochmal Druck", ergänzte der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie.
Ein noch wichtigeres Problem, so der Bürgermeister, sei aber die Verbesserung der Autobahnanbindung von Greiz. "Dieser Weg wäre aus unserer Sicht die einfachste Lösung", versuchten Hemmann und Grüner dem Minister den Anschluss an die derzeit im Bau befindliche Westtrasse zwischen A 4 und A 72 schmackhaft zu machen. Und deuteten dabei auf die stillgelegte Bahnlinie Greiz - Neumark, die aus ihrer Sicht "genial" wäre für einen Straßenneubau. Die Trassenführung sei schon da, es gebe keine Ortsdurchfahrten.
Das müsste man erstmal mit dem Land vorantreiben, möglichst weit vorplanen, empfahl Tiefensee. Und wenn das Projekt dann reif sei, wisse man in Berlin schon mal, wovon die Rede ist. Christoph Matschie hatte sofort verstanden: Man werde jetzt einen Termin im Thüringer Verkehrsministerium machen. (Quele: OTZ Greiz, Von Steffen Beikirch)
Homepage SPD-Kreisverband Greiz
Leider gibt es die gesuchte Seite nicht oder nicht mehr.