Erklärung des SPD Kreisvorstandes zum DNT Aufsichtsrat

Veröffentlicht am 27.01.2009 in Bildung & Kultur

Der SPD Kreisvorstand Weimar gibt zu den Ergebnissen der heutigen Aufsichtsratssitzung des Deutschen Nationaltheaters Weimar folgende Erklärung ab:

1. Der Kreisverband der Weimarer SPD nimmt die Entscheidung des Aufsichtsrates zur Verlängerung des Intendantenvertrages mit Stefan Märki mit Erleichterung zur Kenntnis. Ein langes und intensives Ringen um die Zukunft der Hausleitung ist damit im Einvernehmen beendet. Die Weichen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Deutschen Nationaltheaters sind gestellt.

2. Stadtrat Joachim Trommsdorf hat sich intensiv für eine gesicherte Zukunft des Deutschen Nationaltheaters eingesetzt. Es war ihm aus inhaltlicher Überzeugung nicht möglich, einer Verlängerung der Intendanz von Stefan Märki zuzustimmen. Gleichwohl ist ihm bewusst, welche überregionale Reaktionen auf eine Ablehnung der dritten Intendanz von Stefan Märki zu erwarten gewesen wären. Um Schaden von unserer Stadt und deren Ruf fern zu halten, hat sich Joachim Trommsdorf für den Weg des Rücktritts vom Aufsichtsrat entschieden. Wir zollen ihm dafür unsere Anerkennung und unseren Respekt.

3. Der erneut bestellte Generalintendant Stefan Märki steht nun vor der Herausforderung die anstehenden Tarifsteigerungen des Personals sowie steigende Sachkosten zu bewältigen und gleichzeitig mit künstlerischem Talent die Führungsrolle des DNT unter den Thüringer Bühnen zu sichern und auszubauen. Der Generalintendant wird in den kommenden Jahren bei der Lösung der anstehenden Herausforderungen unserer Unterstützung erfahren.

4. Die Landespolitik ist nun in der Verantwortung ihren Beitrag für eine sichere Zukunft des Hauses zu leisten. In den vergangenen Monaten haben Landespolitiker aller Parteien regen Anteil an der Zukunft von Stefan Märki und seiner Intendanz genommen. Dabei geriet der Blick auf die lokalen Zwänge zu kurz. Begleitet von einer in weiten Teilen unsachlichen Berichterstattung ist dies nachzuvollziehen. Die Landespolitik steht nunmehr vor der Aufgabe konstruktiv bei den anstehenden Diskussionen über die Finanzierung insbesondere der Tarifsteigerungen mitzuwirken. Die Stadt Weimar hat Ende der 1990er Jahre eine Deckelung des eigenen finanziellen Beitrags auf damals 3 Millionen DM beschlossen. Die Stadträte und die Parteien in Weimar haben für unser Theater die Verantwortung übernommen. Die Stadt Weimar stemmt nunmehr einen jährlichen Beitrag von ca. 4,5 Millionen Euro. Weitere Spielräume sind aus unserer Sicht im kommunalen Haushalt nicht gegeben. Die anstehenden Tarifsteigerungen müssten auf Kosten der sozialen Belange unserer Bürger geschehen. Dies können und wollen wir nicht verantworten. Das Land ist hier klar in der Pflicht sein und unser Staatstheater auf solide finanzierte Füße zu stellen.

 
 

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