Entwicklungschancen für ländliche Räume nutzen

Veröffentlicht am 19.04.2007 in Allgemein

OTZ-Interview mit MdB Dr. Gerhard Botz anlässlich der Veranstaltung am 19. April in der Wisentahalle Schleiz. Das Interview führte OTZ-Redakteur Uli Drescher.

OTZ: Herr Dr. Botz, welche Ziele soll eine Politik für ländliche Räume haben?

Dr. Botz: Wenn wir über Politik für den ländlichen Raum sprechen, muss klar sein, dass weit mehr als die klassische Agrarpolitik gemeint ist. Das Ziel einer Politik für die ländlichen Räume besteht in ihrer wirtschaftlichen Stärkung, der Erhaltung und Schaffung geeigneter Infrastruktur für die Menschen die dort leben und der Bewahrung der Kulturlandschaft. Kurz gesagt: Politik für die ländlichen Räume hat die Lebensqualität der Menschen in den ländlichen Räumen zum Ziel.

OTZ: Was hat Sie bewogen, dazu ein öffentliches Forum zu veranstalten?

Dr. Botz: Als Abgeordneter eines überwiegend ländlich geprägten Wahlkreises bin ich mir der Wichtigkeit des Themas bewusst. Im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bin ich für meine Fraktion der zuständige Fachpolitiker für ländliche Räume. Nachdem im letzten Jahr in Berlin eine Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion zum Thema statt gefunden hat, möchte ich nun den Bürgerinnen und Bürgern in meinem Wahlkreis ganz konkret die Möglichkeit geben, ihre Standpunkte zum Thema zu vertreten und uns Anregungen mit auf den Weg zu geben.

OTZ: Ländlichen Räumen haftet ja gerade im Zuge der gegenwärtigen Bevölkerungsdebatte der Geruch eines gewissen Siechtums an. Es wird gar davon gesprochen, dass man in einigen Jahrzehnten mit Wüstungen rechnen muss.

Dr. Botz: Wir müssen, trotz aller Defizite, weg von der Vorstellung, dass ländliche Räume an sich Problemregionen sind. Wir sollten uns verabschieden von dem Schubladendenken, dass Stadt gleich Fortschritt und Land Rückständigkeit bedeutet. Auch Städte und Ballungszentren stehen vor Problemen wie der von Ihnen angesprochene demografischen Wandel. Soziale Spannungen, Integrationsschwierigkeiten und Alterseinsamkeit werden in ländlichen Regionen zweifellos besser gelöst. Bürgerschaftliches Engagement, stabilere soziale und familiäre Bindungen, ein ausgeprägterer Gemeinsinn und eine hohe Bereitschaft zu ehrenamtlichen Engagement sind in ländlichen Regionen oft bedeutend größer. Dem gegenüber stehen die Probleme mit denen der ländliche Raum offensichtlich konfrontiert ist: dünne Besiedlung, Abwanderungstendenzen bei gleichzeitiger Überalterung der Bevölkerung, eine schwache Infrastruktur. Um Menschen hier zu halten bzw. sie in den ländlichen Raum zu holen ist es wichtig, ihre Grundbedürfnisse in ausreichendem Maße abzudecken. Dazu bedarf es einem effizienten und kreativen Einsatz der leider knapper werdenden öffentlichen Mittel. Auch auf dem Land müssen Menschen gerne leben wollen und gut leben können. Dazu gehören ein verlässliches Angebot an medizinischer Versorgung, Kinderbetreuung, Bildungsmöglichkeiten, Verkehrsanbindung und Daseinsvorsorge an sich.

OTZ: Wollen Sie die ländlichen Räume unter Denkmalschutz stellen, um sie zu erhalten?

Dr. Botz: Nein, es kann nicht darum gehen alte Strukturen zu konservieren. Investitionen in moderne Infrastrukturen, wie z.B. Breitbandverkabelung, und zukunftsweisende Wirtschaftszweige können die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume gewährleisten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Zukunft unserer ländlichen Räume sind meiner Auffassung nach die Eigeninitiativen und die Einbindung der Bürger, der Verbände und der Unternehmer als handelnde Akteure unserer kommunalen Strukturen. Unser Ziel ist es, den ländlichen Raum als Standort für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft, das Handwerk, sowie für weitere Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen zu entwickeln. Die Debatte über den sinnvollen Einsatz der verbliebenen Fördermilliarden aus nationalen und europäischen Quellen ist in vollem Gange. Die geplanten Konzentrationsstrategien dürfen nicht an den substanziellen Erfordernissen unserer ländlichen Räume vorbeigehen. Dazu brauchen wir eine kluge und weitsichtige Förderpolitik, vor allem aber gute Ideen vor Ort. Ich hoffe deshalb mit dem Forum in Schleiz noch weitere Anregungen aus meinem Wahlkreis zu erhalten.

Quelle: Ostthüringer Zeitung vom 17.04.2007
 
 

Homepage Dr. Gerhard Botz

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