Einkaufszentrum am Moskauer Platz wird am Dienstag eröffnet
Der Moskauer Platz glich am Mittwoch einem Ameisenhaufen. Zwischen rangierenden Baggern und Transportern pflanzten Arbeiter Bäume, luden Waren ab und räumten Geschäfte ein.
Das Gewimmel soll am Dienstag noch deutlich dichter werden: Mit dem neuen Nahversorgungszentrum Moskauer Platz werden am Standort des früheren Kultur- und Freizeitzentrums (Kufz) zehn Geschäfte auf einmal eröffnet.
"Der Platz wird wieder als Zentrum für den Ortsteil erlebbar", sagte am Mittwoch der Ortsteilbürgermeister vom Moskauer Platz, Torsten Haß (SPD). Die über kurze Wege erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten seien gerade für ältere Anwohner wichtig, die im Stadtteil einen überdurchschnittlichen Anteil der Bevölkerung ausmachten. "Die Geschäfte sind ebenerdig und gut erreichbar", betonte Haß.
Mit einem Netto-Supermarkt und einer Rossmann-Drogerie bekommt das Einkaufszentrum zwei Anker-Geschäfte. Links und rechts davon siedeln sich zumeist Discount-orientierte Läden an. Dazu gehören ein "Mäc Geiz" (Haushaltswaren), ein "Kik" und ein "NKD" (beide Textilien) sowie ein Sagasser-Getränkehandel. Ein Kiosk mit Paketdienstleister, ein Bäcker, ein Fleischer und ein Döner-Imbiss ergänzen das Angebot.
Der letzte Mieter wird noch gesucht
Die größte Fläche nimmt der Netto in Anspruch. Nach Firmenangaben hat er 1300 Qua-dratmeter, davon 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Rossmann-Drogerie will auf 750 Quadratmetern Verkaufsfläche ihre Produkte anbieten.
Für ein Geschäft mit 300 Quadratmetern werde noch ein Mieter gesucht, sagte ein Vertreter des Eigentümers, der Rtll-Gruppe. Die in Zwickau sitzende Gruppe, die rund sieben Millionen Euro in das Einkaufszentrum investierte, plane weiterhin, das gesamte Objekt nach der nun erfolgten Fertigstellung zu verkaufen. Es gebe Gespräche mit "einigen Interessenten", so der Sprecher.
An der Stelle des einstigen Kufz-Quaders bildet das Einkaufszentrum ein großes "U", in dessen Mitte sich die 95 Stellplätze befinden. Davor, in der Platzmitte, soll weiterhin der Wochenmarkt stattfinden, der dienstags, donnerstags und samstags auf dem Platz steht.
Der Markt bleibe nicht nur bestehen, er erhalte dank des Neubaus auch ein schöneres Ambiente, sagte Haß. Grüninseln und zusätzliche Bäume tragen dazu bei. Ebenso wichtig wie die zusätzlichen Einkaufsmöglichkeiten sei für den Stadtteil, dass mit der Kufz-Ruine der langjährige Schandfleck des Moskauer Platzes verschwand, so Haß.
Die Eröffnung soll am Dienstag 11 Uhr mit einer Zeremonie gefeiert werden. Dort will sich auch der Förderverein für das Renau-Mosaik mit einem Stand präsentieren, sagte der Ortsteilbürgermeister, der zugleich dem Verein vorsteht. Postkarten von dem Mosaik sollen gegen Spenden abgegeben werden.
Bei dem Mosaik handelt es sich um das Monumentalkunstwerk "Die Natur, der Mensch und die Kultur" des spanischen Künstlers Josep Renau, das am Kufz hing und zu Betriebszeiten des Kufz der ganze Stolz des Moskauer Platzes war. Derzeit ist es eingelagert, doch soll es am Einkaufszentrum einen neuen Platz erhalten. Ein grau abgesetzter Teil der weißen Außenwand ist dafür reserviert.
Renau-Mosaik gehört wieder der Stadt
Mit einem Beschluss in der jüngsten Stadtratssitzung hat Erfurt das Mosaik zurückerhalten. Es befand sich im Besitz der Rtll-Gruppe, die das 1979 entstandene Kunstwerk als Spende angeboten hat. Die Stadt nahm mit dem Beschluss die Spende an.
Weitaus größere Kosten, nämlich bis zu einer halben Million Euro, erfordern die Restaurierung und die Wiederanbringung der 90"000 Glassteinchen, aus denen das Mosaik besteht. Erfurts Kulturdirektor Tobias Knoblich sucht derzeit nach Fördermöglichkeiten und zeigte sich bisher immer optimistisch, entsprechende Quellen erschließen zu können. Der Förderverein will für den für die Stadt verbleibenden Eigenanteil zum großen Teil aufkommen.
Das Kultur- und Freizeitzentrum wurde 1984 offiziell eröffnet und 1997 geschlossen. Bis 2013 wurde das Gebäude durch den neuen Eigentümer Rtll abgerissen - mit der Auflage, das Renau-Mosaik zu sichern und eine Fläche für die Wiederanbringung am Neubau zu reservieren.
Quelle: Thüringer Allgemeine










