In seiner Forderung nach einem breiten Einstellungskorridor für
Nachwuchspädagogen bestätigt sieht sich Hans-Jürgen Döring,
bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, durch eine
aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Laut der vom Thüringer Wirtschaftsministerium beim IWH in Auftrag gegebenen fortgeschriebenen Prognose zur „Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Thüringen“ braucht der Freistaat 4.900 neue Lehrer bis 2015, um das altersbedingte Ausscheiden von Pädagogen kompensieren zu können. „Die Zahlen des IWH decken sich mit unserer Einschätzung, dass der Personalbedarf an den Thüringer Schulen in den nächsten Jahren dramatisch ansteigen wird“, sagt Döring. Nach Berechnungen der SPD-Fraktion werden in den kommenden zwei Jahrzehnten fast 18.000 Lehrer altersbedingt in den Ruhestand treten, das sind nahezu 80 Prozent der derzeitigen Lehrerschaft.
„Angesichts dieser absehbaren Entwicklung muss die Landesregierung
endlich handeln“, sagt der Bildungsexperte. Bereits im kommenden
Schuljahr verdoppele sich die Zahl der altersbedingt ausscheidenden
Lehrer auf fast 400. „Die vom Kultusminister angekündigte Neueinstellung
von 35 Nachwuchspädagogen ist im Hinblick auf die reale Personallücke
ein einziger Witz“, kritisiert Döring. Er fordert, sämtlichen 340
Lehramtsanwärtern eine Anstellungsgarantie bei Bestehen der Zweiten
Staatsprüfung zu geben. „Um gegenüber den Lehrer abwerbenden westlichen Bundesländern mit einer solchen Offerte erfolgreich sein zu können, muss diese Anstellung unbefristet und in Vollzeit erfolgen“, erklärt der Bildungspolitiker. In einem zweiten Schritt sei die Zahl der
Lehramtsanwärter in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Döring
kündigt an, dass die SPD-Fraktion im neuen Jahr die Einleitung
entsprechender Maßnahmen beantragen werde.