Tibet-Flagge am Bürgerbüro von MdL Heike Taubert (SPD) Heute, am 10. März 2009, ist der 50. Jahrestag des Tibetischen Volksaufstands. Wie schon die letzten Jahre zuvor hängt die Flagge Tibets an dem Fenster des Bürgerbüros von MdL Heike Taubert (SPD).
Fast 1000 Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland hissen heute, am 10. März 2009, auf ihren Rathäusern und Ämtern die Flagge Tibets, darunter die Landeshauptstädte Hannover, Magdeburg, Potsdam, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden. Fast tausend demokratisch gewählt Oberhäupter von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die für viele Tausende von Bürgern stehen, bekräftigen damit das Recht des tibetischen Volkes auf Selbstbestimmung und protestieren gegen die Menschenrechtsverletzungen und die Zerstörung der tibetischen Kultur, Religion und nationalen Identität. Aufgerufen zu dieser symbolträchtigen Aktion hat zum 14. Mal die Tibet Initiative Deutschland e.V.
Die erneut gewachsene Zahl der teilnehmenden Kommunen zeigt, dass die Tibetfrage stärker denn je in der Öffentlichkeit wahrgenommen und ernst genommen wird. Pekings Versuch, das Problem totzuschweigen, ist gescheitert. Das Ausmaß und die Dauer der überwiegend friedlichen Proteste der Tibeter in ganz Tibet im vergangenen Jahr – und deren brutale Niederschlagung – machten ein weiteres Mal deutlich, dass China auch 60 Jahre nach der „friedlichen Befreiung“ von den Tibetern immer noch als Besatzungsmacht empfunden wird.
In dieser Situation für Tibet Flagge zu zeigen ist eine deutliches Zeichen an die Verantwortlichen bei uns, die versöhnliche Politik und den gewaltlosen Kampf des tibetischen Oberhaupts zu unterstützen, damit nicht in absehbarer Zeit in Tibet ein neuer Krisenherd entsteht. Deutschland hat in schwieriger Zeit vom Ausland Hilfe erbeten und bekommen. „Als Kennedy 1963 im geteilten Berlin sagte: ‚Die Freiheit ist unteilbar, und wenn auch nur einer versklavt ist, dann sind nicht alle frei,’ da wurde er bejubelt. Nun braucht Tibet unsere Unterstützung. Wir müssen dem tibetischen Volk, das im eigenen Land mundtot gemacht wird, eine Stimme geben.
Es ist an der Zeit, den Dalai Lama nicht nur als geistliches, sondern auch als weltliches Oberhaupt der Tibeter anzuerkennen und zu empfangen. Es gibt wohl kaum einen Staatschef, der sich der ungebrochenen Loyalität seines Volkes, im Exil wie in Tibet selbst, so sicher sein kann wie er. Den besten Beweis dafür liefert China selbst: auch 50 Jahre nach der Flucht des Dalai Lama werden noch Umerziehungskampagnen großen Stils durchgeführt, Fotos des tibetischen Oberhaupts sind verboten, Mönche und Nonnen werden unter Strafandrohung gezwungen, ihn zu denunzieren.
Tausend Flaggen in Deutschland sind auch ein klarer Appell an Peking, seine Politik der harten Hand aufzugeben und endlich ernsthafte Verhandlungen mit dem Dalai Lama über die Zukunft Tibets aufzunehmen – nur mit ihm wird eine friedliche Lösung der Tibetfrage möglich sein.
Bei der Flaggenaktion der Tibet Initiative Deutschland geht es im Kern weder um Menschenrechtsverletzungen noch um Außenpolitik – es geht um die Frage von Recht und Unrecht. Unrecht, das dem tibetischen Volk bis heute angetan wird. Und diese Frage macht nicht an kommunalen, regionalen oder nationalen Grenzen halt.