Nach wie vor erhebliche Defizite in der Vermittlung der DDR-Geschichte
sieht der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Jürgen
Döring.
Ein Pflichtbesuch der Gedenkstätte „Point Alpha“, wie er
gerade zur Diskussion gestellt wurde, sei jedoch der falsche Weg. Dies
erinnere auf fatale Weise an die verordneten Besuche der
KZ-Gedenkstätten im Rahmen der Jugendweihe. „Man kann die
DDR-Vergangenheit nicht mit den autoritären Methoden der DDR-Pädagogik
austreiben“, so der Bildungsexperte.
Einige Stunden Faktenvermittlung zur DDR-Geschichte in der 10. Klasse
reichten zudem nicht aus. Hier müsse die Landesregierung andere
fachliche und finanzielle Voraussetzungen schaffen. „Wir brauchen eine
fächerübergreifende historisch-politische Bildung, die an der
Lebenswirklichkeit der Schüler anknüpft, und eine nachhaltige
Demokratieerziehung von Anfang an. Kinder und Jugendliche müssen
frühzeitig zu eigenständigem Denken und partizipativem Handeln
angeregt werden. Gedenkstättenbesuche können hierbei eine wichtige Rolle
spielen. Sie entfalten ihre Wirkung jedoch nur, wenn sie auf
freiwilliger Basis und angemessen vorbereitet stattfinden.“