Bildung und soziale Gerechtigkeit - Marko Wolfram

Veröffentlicht am 27.02.2004 in Bildung & Kultur

Die soziale Stellung eines Menschen in unserer Gesellschaft wird maßgeblich durch seine Erziehung und Bildung beeinflusst.

Die Bildung entscheidet mehr denn je über Lebensperspektiven, gesellschaftliche Teilhabe und Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus sind Bildung und Wissen wichtige Standortfaktoren der Länder im Wettbewerb um Unternehmen und Arbeitsplätze.

Das es um das thüringische Bildungssystem nicht zum besten bestellt ist, ist spätestens seit PISA allen klar. Die Notwendigkeit für Veränderungen im Bildungsbereich wird von allen anerkannt. Aber was ist konkret zu tun? Was sind die Bedingungen für eine hervorragende Bildung für Alle?

In der frühen Kindheit werden die Fundamente für Aufgeschlossenheit und Lernmotivation gelegt. Der erste Erwerb von Bildung und Wissen findet in den Familien, in den Kinderkrippen und Kindergärten statt. Eltern müssen stärker sensibilisiert werden für die wichtige Rolle, die Bildung in der Entwicklung ihrer Kinder spielt und sie in dieser Hinsicht besonders fördern. Auch noch im 21. Jahrhundert machen Kinder aus Akademikerfamilien viel häufiger Abitur und gehen zur Universität, als andere Kinder. Das liegt aber allgemein nicht daran, dass sie von Geburt an schlauer sind, sondern dass ihre Eltern von Beginn an stärker auf ihre Bildung achten.

Die Kinderkrippen und Kindergärten müssen in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft wieder verstärkt eine Bildungsfunktion übernehmen. Dafür sind sehr gut ausgebildete und hoch motivierte Erzieher unabdingbare Voraussetzungen. Sie brauchen zur Orientierung einen Rahmenplan für die Vorschulerziehung, um gemeinsam mit den Eltern jedes einzelne Kind optimal nach seinen Möglichkeiten fördern zu können. So sind Korrekturen in der Entwicklung eines Kindes noch am ehesten möglich. Hier können Defizite von Kindern, die daheim nicht soviel beigebracht bekommen, zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass Schüler in unserem Bildungssystem Wissen schlechter erwerben und die Schullaufbahn zu stark von der sozialen Herkunft abhängt. Lehrer kennen die Probleme und wissen um die Wichtigkeit der Bildung, aber sie sind oft demotiviert durch das unzeitgemäße und bürokratische Schulsystem sowie den fehlenden Respekt der Eltern und Schüler. Die Schulen brauchen allgemeingültige Bildungsstandards und größere Freiheit bei Schulprogrammen, Sachmittelentscheidungen und Personalauswahl. Die Auswahl der Kinder für das Gymnasium erfolgt viel zu früh, ist pädagogisch unsinnig und muss abgeschafft werden. In der achten Klasse kann immer noch zwischen Realschule und Gymnasium gewählt werden.

Lehrer müssen sich regelmäßig fortbilden und das Lehrerbild unserer Gesellschaft muss sich verbessern. Die ?Fußabtreter? der Nation können keine guten Pädagogen sein. Lehrer und Eltern müssen Partner sein, die das Ziel haben, die Kinder bestmöglich auszubilden. Schüler brauchen mehr Zeit zum Lernen und individuelle Betreuung, die Guten, wie die Schlechten. Schulen mit Betreuungsangeboten am Nachmittag (Ganztagsschulen) sind dazu besonders geeignet. Hier können Schüler mit Schwächen beim Erwerb von Wissen professionell gefördert und hoch begabte verstärkt gefordert werden.

Veränderungen sind unumgänglich, wenn wir im internationalen Vergleich nicht noch weiter zurückfallen wollen und wenn die sozialen Unterschiede durch das Schulsystem nicht noch weiter verstärkt werden sollen. Solche Veränderungen brauchen Zeit und kosten viel Geld. Aber sie kommen uns noch teurer zu stehen, wenn wir nicht endlich handeln.

Die SPD Thüringen hat die Konzepte und den Mut die Probleme anzugehen!

Marko Wolfram

 
 

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