Warten auf schlüssige Erklärung
Der SPD- Kreisverband Gotha ist, was die Diskussion um die Koalitionsverhandlungen angeht, genauso gespalten wie die Partei in ganz Thüringen.
GOTHA (ck). "Die Situation ist schwierig", sagte Petra Heß, Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Gotha. "Die überraschende Nachricht in der vergangenen Woche, dass die SPD in Thüringen nun doch mit der CDU Koalitionsgespräche führt, hat viele SPD Mitglieder kalt erwischt und ist für viele nicht nachvollziehbar, für mich übrigens auch nicht, nachdem die Signale zuvor eindeutig in Richtung Rot-Rot-Grün standen."
Deshalb gebe es so viel Unmut an der Basis. Petra Heß war selbst am Samstag in Erfurt bei der
SPD- Basiskonferenz dabei und hat die Zerissenheit erlebt. "Es war eher ein Dampfablassen,
weil die Mitglieder nicht angemessen beteiligt worden sind", schätzte sie ein. "Es gibt ein
absolutes Kommunikationsdefizit in der Thüringer SPD, das hat sich ganz deutlich gezeigt.
Eine solche schwerwiegende Entscheidung kann man nicht in einer Telefonkonferenz treffen."
Es sei bisher auch nicht schlüssig erklärt worden, wieso es plötzlich Schwarz- Rot werden soll
statt dem Bündnis mit den Linken und den Grünen.
Parteiaustritte im Zusammenhang mit dem Streit um die Regierungsbildung habe es im
Landkreis Gotha bei der SPD bisher aber nicht gegeben - im Gegenteil: "Nach der
Bundestagswahl hatten wir sieben Eintritte zu verzeichnen", so Petra Heß.
Beim SPD- Landesparteitag am 25. Oktober in Erfurt, der den Koalitionsvertrag mit der CDU
beschließen muss, werden auch 18 Delegierte aus dem 351 Mitglieder zählenden
SPD- Kreisverband Gotha mit abstimmen.
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 13.10.2009 Lokalseite Gothaer Allgemeine