AfA Unter dem Motto „Gute Arbeit muss drin sein!“ werden dieses Jahr die Feiern zum Internationalen Tag der Arbeit auch in Jena begangen. Dieses von den Gewerkschaften gewählte Thema ist für Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen ein Grundanliegen. Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen und ihr neu gewählter Vorsitzender in Jena, Torsten Wolf, unterstützen die Veranstaltung der Gewerkschaften mit einem eigenen Aufruf.
„Leider ist es so, das es sich in Jena nicht für Jeden und Jede „bene“ leben und arbeiten lässt“, so Torsten Wolf. Die nach wie vor sehr gute Entwicklung für einen Großteil der arbeitenden Menschen in Jena hat deutliche Schattenseiten erhalten. So ist die Arbeitsmarktentwicklung in Jena natürlich äußerst erfreulich. Denn eine Arbeitslosenquote von 10% heißt auch, das Menschen beim Verlust ihres Arbeitsplatzes schneller wieder eine Beschäftigung finden. Auch werden in Jena die höchsten Löhne und Gehälter in Thüringen gezahlt. So verdiente ein Beschäftigter im Verarbeitenden Gewerbe in Jena im Durchschnitt 3.285,75€ brutto im Monat (eigene Berechnungen nach den Daten des Landesamtes für Statistik), und damit 45% bzw. 1017,67€ mehr als der Thüringer Durchschnitt. Aber zur vollen Wahrheit gehört auch, dass nicht alles auf dem Arbeitsmarkt „bene“ ist. So ist neben der besorgniserregenden Entwicklung im Bereich Leiharbeit auch darauf zu verweisen, das sich die am Wohnort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2003 (34.206) bis 2007 (34.042) kaum verändert hat und das es eine Abnahme von Vollzeitbeschäftigten von 2003 (28.610) auf 2007 (28.009) um 600 gab bei gleichzeitigem Anstieg der Teilzeitbeschäftigten (2003=5.585; 2007=6.012; alles Daten des Landesamtes für Statistik). Teilzeit lässt sich vor allem in Dienstleistungsberufen antreffen, wie z.B. dem Einzelhandel und Hotel- und Gaststättengewerbe, wo heute schon kaum mehr in Vollzeit gearbeitet werden kann. Im August 2007 konnten 7,2% aller in Jena Beschäftigten nicht von dem leben, was sie als Lohn bekamen (total 2.456 Menschen). Auch verweist der Spiegel darauf, das im Osten 20% der Erwerbstätigen weniger als 7,50€ verdienen
Zusammenfassend kann man sagen, das der Arbeitsmarkt in Jena stabil ist, aber viele bisher ungelöste Baustellen Baustellen aufweist.
Deshalb gehört für uns zu guter Arbeit, das man von der geleisteten Arbeit leben können muss, also gesetzlicher Mindestlohn. Deshalb gehört für uns zu guter Arbeit die Zivilisierung von Leiharbeit, also mindestens DGB-Tarif und gleicher Lohn für gleiche Arbeit in den Entleihbetrieben, Mitbestimmung im Entleihbetrieb auch für die Leiharbeitskräfte sowie Begrenzung der Leiharbeit hinsichtlich Umfang und Zeitdauer im Entleihbetrieb, damit keine regulären Kräfte ersetzt werden. Und deshalb rufen wir als AfA in Jena alle arbeitenden Menschen in Jena und Umgebung auf, um 10.00Uhr zur Veranstaltung des DGB am Johannistor zu kommen.
Torsten Wolf
Vorsitzender AfA Jena