Als Reaktion auf ein Interview der Unique mit einem der Hamas nahestehenden Journalisten und den darin enthaltenen antisemitischen Äußerungen fordert die Juso-Hochschulgruppe Jena den Rücktritt der Unique-Chefredakteure Lutz Thormann und Fabian Köhler.
Nachdem Jenas interkulturelle Hochschulzeitung Unique innerhalb weniger Wochen erneut rechte Propaganda abdruckte, ist der Rücktritt der beiden Chefredakteure die einzig konsequente und angebrachte Lösung, um einen Neuanfang glaubhaft zu vollziehen. Ursache des Konfliktes ist ein Interview der Zeitung mit dem palästinensischen Journalist Khalid Amayreh, welcher der Hamas nahesteht. Im Verlauf des Interviews stellte Amayreh offen das Existenzrecht Israels infrage und stellte das Land auf eine Stufe mit dem „Dritten Reich“, ohne das dazu auch nur die geringste Kommentierung oder Nachfrage seitens der Unique bemerkbar gewesen wäre.
Richard Melzer, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe in Jena, dazu: „wenn ein Medium dermaßen kontinuierlich antisemitischen und anderen rechten Einstellungen ein Forum bietet, ohne dabei deren menschenverachtende Züge zu entlarven, sollte es sich nicht wundern, wenn es auf engagierten Widerstand trifft. Wir fordern daher die Chefredakteure der Unique zum Rücktritt auf, um einem weiteren Image-Schaden der Unique vorzubeugen.“
Schnellschussreaktionen der Unique, welche in diesem Zusammenhang wie in der Vergangenheit üblich einen Angriff auf die Pressefreiheit postulieren, weist die Hochschulgruppe entschieden zurück. Erik Bodenstein, ebenfalls Sprecher der Hochschulgruppe: „Antisemitismus steht nicht unter dem Schutz der Pressefreiheit. Die Rücktrittsforderungen sowie die Aktion der AntiFa, welche Exemplare der Unique einsammelte sind daher kein Angriff auf die Pressefreiheit, sondern nur die letzte Konsequenz um deutlich zu machen, dass antisemitische Parolen nirgendwo toleriert werden dürfen!“ Aus dieser Perspektive wertet die Hochschulgruppe auch den Beschluss des Studierendenrates als positives Signal. Bodenstein abschließend: „Antisemitismus und anderes rechtes Gedankengut ist kein Randphänomen mehr, sondern findet sich in breiten Schichten der Gesellschaft wieder. Das eine eigentlich interkulturelle Hochschulzeitung solch menschenverachtende Ideen abdruckt ist dafür der beste Beweis.“ Um den Rücktrittsforderungen Nachdruck zu verleihen, fordert die Juso-Hochschulgruppe eine eindeutige Positionierung des Rektors!