In der Diskussion um einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn setzt Thüringens Mininsterpräsident, Dieter Althaus, abermals auf Polemik. In der Leipziger Volkszeitung fordert er ein Familien-Mindesteinkommen durch staatliche Zuschüsse für Niedrigverdiener.
Die Jusos Thüringen lehnen derartige Kombilohnvorschläge ab. „Damit hilft man nicht den Familien, sondern setzt auf einen Ausbau des Niedriglohnsektors.“ kritisiert Martin Margraf, arbeits- und sozialpolitischer Sprecher der Thüringer Jusos, Althaus' Vorschlag.
Mit der Ablehnung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland lehnt sich die Union gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Die Behauptung, Mindestlöhne würden Arbeitsplätze vernichten, wurde im internationalen Vergleich bereits mehrfach widerlegt. In mit Deutschland wirtschaftlich vergleichbaren Ländern wie Frankreich oder Großbritannien wird sogar ein deutlich höherer Mindestlohn gezahlt als der von der SPD geforderte in Höhe von 7,50 Euro die Stunde. Dort zeigte sich hingegen ein positiver Effekt auf dem Arbeitsmarkt.
„Gerechter Lohn für gute Arbeit“ bleibt auch weiter das Motto der Jusos im Einsatz für bessere Arbeitnehmerrechte. „Thüringen wird auch weiterhin als Beispielland für schlecht bezahlte Arbeit herhalten müssen, solange sein Ministerpräsident Scheuklappen vor den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen seiner Bürger trägt.“ äußert sich Peter Metz, Juso-Landesvorsitzender, abschließend zu Althaus' Haltung.