„Alles wieder gut?“ Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald/Mittelbau-Dora

Veröffentlicht am 10.04.2015 in Kampf gegen Menschenfeindlichkeit

Am 11. April 1945 befreite die US-Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers Buchenwald/ Mittelbau-Dora. Die Erinnerung und das Gedenken an den Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus werden kontinuierlich von der Politik, aber auch von zivilgesellschaftlichen Gruppen und Initiativen angemahnt. Gleichzeitig können seit jeher Stimmen aus der Gesellschaft vernommen werden, die den „Schlussstrich unter die Vergangenheit“ und ein Ende dieser Erinnerungskultur in Deutschland fordern. 

Verbunden mit den innerpolitischen Ereignissen der jüngsten Zeit lassen sich vor allem im Bereich der gesellschaftlichen Toleranz, Anteilnahme und Menschenrechten negativen Entwicklungen konstatieren:
- In Deutschland brennen wieder Flüchtlingsunterkünfte. Bürgerinnen und Bürger dürfen Flüchtlinge offen als sogenannte „Schmarotzer“ und „Viehzeug„ entmenschlichen und wollen sich hierbei auch noch ernst genommen fühlen. Wir leben in einer zunehmend entsolidarisierten Gesellschaft, wobei als einer der ersten einenden Momente der gemeinsame Hass auf das vermeintlich Fremde erscheint.
- In Thüringen jeder achte Mensch antisemitische Einstellungen, damit liegt das Bundesland deutschlandweit auf Platz zwei.
- Rechte Gewalt und Volksverhetzung erscheinen zunehmend wieder salonfähig. Hierbei entwickeln sich zusehends wieder eine schweigende Masse und eine breite Anhängerschaft der Parolen von Pegida und seinen Ablegern, sowie der AfD. Die paranoide Hetze der AfD und der Pegida-Bewegungen will dabei als nicht schlimmes verkannt werden, obwohl ihre Inhalte ganz offen fremdenfeindlich und volksverhetzend sind und dabei auch nicht vor Lügen zurückschreckt wird. Der Angriff auf die offene Gesellschaft ist längst im vollen Gange. Die Rufe nach einheitlichen Denk- und Gesellschaftsmustern werden gerade bei denen laut, die dem Staat und den Medien die Unterdrückung der eigenen Meinung vorwerfen, weil sie Kritik und Diskurs mit einer vermeintlichen Meinungsdiktatur gleichstellen.

Die Frage, die sich stellt ist also: wie steht es also um den Schwur von Buchenwald, den Nazismus und dessen Wurzeln zu bekämpfen und die Verbrechen, die unter der Duldung der schweigenden Masse in den Konzentrationslagern geschahen, nie wieder zu ermöglichen? Klarzustellen ist: Das Gedenken an die Befreiung des ehemaligen nationalsozialistischen KZ’s Buchenwald/ Mittelbau-Dora gebührt seinen Opfern und der Geschichte des  Befreiungstags. Die Folgen und Lehren die aus dem Nationalsozialismus erwachsen sind, sind jedoch allgegenwärtig und dürfen nicht unterschätzt oder als selbstverständlich hingenommen werden. Es sind die Folgen der Errungenschaft der Demokratie, der Menschenrechte, des Rechtsstaates und der Toleranz gegenüber allen Menschen, fernab ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihres Glaubens und ihrer Sexualität. Damit diese Freiheiten, Rechte und Werte aufrechterhalten werden, bedarf es des überzeugten Einsatzes eines jeden Menschen hierfür. Wer sich dem Gedenken an Holocaust und Nationalsozialismus verwehrt, hat Angst vor vermeintlicher Schuld, Scham, aber vor allem vor der Auseinandersetzung mit eigenen Überzeugungen und Handlungen. Hier stellt sich die Frage: warum? Denn in dieser Generation hat kaum noch jemand eine individuelle Schuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Allerdings tragen wir gemeinsam die Verantwortung dafür, dass sich diese nicht wiederholen. Ohne die schweigende Masse in Deutschland wäre der Genozid an den europäischen Juden nicht möglich gewesen. Aus diesem Grund dürfen wir heute nicht schweigen.
Der Appell an alle Bürger_innen muss also lauten: zeigt Solidarität und Toleranz für Menschen, die Hilfe benötigen, schaut bei Ungerechtigkeiten nicht weg, sondern handelt und macht den Mund auf. Es gibt Menschen, die ein wesentlich schlimmeres Schicksal zu tragen haben, als man selbst.

 
 

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