Baumfällungen erhitzen die Gemüter
Die Erfurter sind sehr naturverbunden, auch im Wohngebiet Moskauer Platz. So war es nicht verwunderlich, dass die Baumfällungen an der Gera, die das Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie im November vornehmen ließ, für Nachfragen und Proteste sorgten. Die Bürger wurden zu wenig mit einbezogen, das Projekt nicht genügend erklärt. "Sofort nach Beginn der Fällungen haben wir einen Vor-Ort-Termin angemahnt", berichtet Ortsteilbürgermeister Torsten Haß.
Dort wurde deutlich, dass die Gründe für das Fällen gewichtig sind. Marcel Grebe, zuständiger Mitarbeiter des Landesamtes, nennt als Hauptproblem, dass 25 Jahre lang an der Geraaue nichts gemacht worden sei. Das Areal werde von Robinien und Pappeln dominiert, die andere Vegetationsformen kaum zulassen und darüber hinaus die Ufer nicht stabilisieren könnten. Allein deshalb müsse ausgelichtet werden. Darüber hinaus soll der Gehölzbestand abgestuft, die Artenvielfalt erhöht werden. Für die Menschen wird der Fluss besser erlebbar sein: Dort, wo jetzt acht große Pappeln, die teilweise schon morsch waren, gefällt wurden, entsteht im kommenden Jahr ein flaches Ufer mit Kiessrand.
Quelle: Moskauer Platz Aktuell - Zeitung für den Moskauer Platz, Ausgabe 4/2010