SUHL "Wir wollen heute anlässlich 15 Jahre SPD in Suhl in die Geschichte eintauchen und uns erinnern", sagte Falk Haase, SPD-Kreis- und Fraktionsvorsitzender, am Freitagabend zur Eröffnung der Mitgliederversammlung.
Als Gäste der Geburtstagsfeier begrüßte er die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen, Iris Gleicke (MdB), und Christoph Matschie, SPD-Landeschef und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag.
1990 wurde in Suhl ein Kreisverband der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gegründet. Falk Haase berichtete um die Schwierigkeiten, die es am Anfang gab, da noch kein funktionierendes Datensystem vorhanden war. "Viele Bürger sind ganz spontan in die Partei eingetreten, so dass es schwierig war zu wissen, wer Mitglied geworden ist", resümierte der Kreisvorsitzende. In einem historischen Abriss erinnerte er an die Entwicklung der SPD von der Zeit August Bebels bis zur Gründung nach der Wende. "Und immer bestimmten die Grundwerte der SPD "Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität" die Politik der Sozialdemokraten", stellte Falk Haase fest.
Christoph Matschie erinnerte an die Ziele der Partei wie sie im Gothaer Programm einst formuliert waren und übertrug sie auf die Gegenwart. "Unsere heutige Aufgabe ist es, uns um lebensfähige Strukturen zu kümmern und Veränderungen herbei zu führen. Die Verwaltung ist zu groß." Ein weiteres Gebiet, wo die Sozialdemokraten Veränderungen bewirken wollen, sieht er u.a. in der Bildung und Ausbildung der Kinder.
Iris Gleicke sprach von der Zeit der Kommunal- und Volkskammerwahl, von der Zeit "damals als die SPD noch ein winziges Baby war. Heute kann man sagen, wir sind in den 15 Jahren wohl geraten." Sie erinnerte an Höhen und Tiefen der Partei, an verlorene, aber auch gewonnene Wahlen. "Unsere Aufgabe ist es, das Land zu reformieren und liegen gebliebene Aufgaben zu meistern. Auch, wenn es sehr schwer ist", so Iris Gleicke.
Als ein Mann der ersten Stunde der Suhler SPD hat sich Bürgermeister Rüdiger Müller mit den Anfängen 1989 beschäftigt: Er erinnerte an eine Vielzahl von Veranstaltungen in der Kreuz- und Hauptkirche, der Stadthalle und die erste Vollversammlung im damaligen Kulturhaus sowie die Initiativen in Mäbendorf und Albrechts. Rüdiger Müller erzählte auch davon, dass Bertram Weiß und Erhard Ziegler immer einspringen mussten, wenn Politprominenz vom Goldlauterer Flugplatz abzuholen war. "Es war eine sehr bewegte Zeit. Seit dem hat sich die SPD in der Stadt bei vielen Entscheidungen und in die Entwicklung mit eingebracht und wird es weiter tun."
Kerstin Kolb ("Freies Wort")