Zwischenruf zum Thema Heimatministerium

Veröffentlicht am 16.04.2018 in Allgemein

„Der Staat schere sich fort, wenn wir unsere Heimat lieben“

So formulierte es Kurt Tucholsky schon 1929 und erkärte diesen Satz so:

„Es gibt ein Gefühl jenseits aller Politik, und aus diesem Gefühl lieben wir dieses Land. Wir lieben es, weil die Luft so durch die Gassen fließt und nicht anders, der uns gewohnten Lichtwirkung wegen – und aus tausend Gründen, die man nicht aufzählen kann, die uns nicht einmal bewußt sind und die doch tief im Blut sitzen.“

 

Dafür brauchen wir keinen Minister und kein Ministerium. „Heimat“ als Aufgabe eines Ministers soll uns weismachen, unsere Heimatliebe müsste zentral politisch verwaltet und organisiert werden. Das ist Unsinn und der Begriff ist deshalb in einer Aufgabenbestimmung für ein Ministerium fehl am Platz.

 

Es gibt so viele wichtige politische noch unerledigte Aufgabenfelder, die eine Heraushebung in einem Ministerium verdient hätten, ich denke da an Themen wie Digitalisierung, aber auch Pflege oder menschenwürdiges Altern. „Heimat“ gehört nicht dazu, denn um sie zu kennen, zu lieben und zu schätzen, brauchen wir kein Ministerium, wie das Kurt Tucholsky schon vor fast 90 richtig Jahren vollkommen richtig erkannt hat.

 
 

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