Sozialdezernet Frank Schenker (CDU) will einen Bürgerentscheid über die Frage, ob das neue Ostbad nun als Naturbad oder als Chlorbad gebaut werden soll, herbeiführen. Dazu sagte SPD-Kreischef Dr. Jörg Vogel:
"Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich die Stadtverwaltung mit den Alternativen für das Ostbad befasst. Jena braucht zwei attraktive Freibäder! Und das im Ostbad etwas getan werden muss, dürfte mittlerweile den meisten klar sein.
Auch die Idee, die Entscheidung über die beiden Varianten – Wasseraufbereitung mit Chlor oder auf natürliche Weise durch Pflanzenklärung – mit einem Bürgervotum zu klären, kann man diskutieren. Dennoch kann ich nicht umhin kommen, darauf zu verweisen, dass die CDU hier mit zwei Zungen spricht. Im Land hat sie ein Gesetz durch den Landtag gepaukt, das Bürgerentscheide erschwert. Dem Volksbegehren für mehr Demokratie in den Kommunen wurden damit die Füße weggerissen. Und jetzt spricht sich dieselbe CDU vor Ort plötzlich für Bürgerentscheide aus. Da muss einfach die Frage erlaubt sein, soll dies in Amtsstuben geschehen?
Inhaltlich muss klar gestellt werden, was der Kern eines Naturbades ist. Es handelt sich nicht um einen Badeteich oder gar einen Tümpel. Vielmehr bezieht sich das Prädikat "Natur" auf die Art und Weise der Wasseraufbereitung. Neben dem eigentlichen Schwimmbecken fungiert ein bepflanzter Teich als biologische Wasseraufbereitungsanlage. Dafür, dass dieses System tatsächlich funktioniert, gibt es bereits ein attraktives Beispiel in Thüringen. Deshalb sehe ich in diesem Ansatz eine gute Alternative zur konventionellen chemischen Aufbereitung des Wassers mit Chlor. Im Ostbad haben wir die Möglichkeit, diesen neuen Weg zu gehen. Also sollte er unvoreingenommen und ganz ernsthaft in Betracht gezogen werden, damit wir diese Chance nutzen können."