Zum Hochschulstandort Thüringen

Veröffentlicht am 06.07.2006 in Bildung & Kultur

Vor einigen Jahren rühmte sich das Land Thüringen noch als einen Bildungsstandort, nicht nur mit einer einmaligen historischen Tradition, die man gern als leise Erinnerung in Weimar mit Goethe und Schiller pflegt, sondern mit innovativen Zukunftsbranchen, von IT bis zum Ruf als Medienstandort. Diese Zeiten scheinen längst vorbei zu sein.

Die Thüringer Landesregierung plant massive Einschnitte im Hochschulbereich, Studienplätze in der Informatik und Medienwissenschaften sollen radikal gestrichen werden. Die sonst so hoch gelobte Informatik soll entweder in Jena oder Ilmenau gänzlich weg gestrichen werden, sicher ist man da noch nicht. Die Medienwissenschaft, die in allen drei Standorten Thüringens verschiedene Schwerpunkte belegen, soll plötzlich überflüssig sein.

Die schwindenden AbiturientInnenzahlen in den nächsten Jahren werden als Grund angegeben, so soll im Jahr 2013 ein Drittel weniger ein Studium in Thüringen beginnen. Das Thüringen dies auch als Chance nutzen könnte, damit in Konkurrenz zu den überlaufenen Massenuniversitäten mit hohem Niveau und Betreuungskapazitäten zu treten, scheint dem Bildungsministerium nicht in den Sinn zu kommen. Die meisten StudentInnen in Thüringen stammen aus der Region, die Hoffnung oder vielmehr der Wille auch aus allem voran westlichen Bundesländern neue BewerberInnen anzulocken, scheint der Vergangenheit anzugehören.

Die Thüringer Jusos sagen: ?Schade für dieses Land, wenn es die Potentiale, die es hat so verschenkt - nämlich ihre Jugend. Vielleicht schafft es die Landesregierung wenigstens noch mit dem antiquierten Kulturprogramm an Schiller und Goethe die ältere Generation ins Land zu locken. Mit einer Bildungspolitik dieser Art werden die Jungen auf jeden Fall wegbleiben.

 
 

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