Zu Thema „ Wechsel in der Klassik Stiftung Weimar“ - ein Kommentar

Veröffentlicht am 06.10.2010 in Stadtrat

Demokratie braucht den Wechsel. Kontinuität, zuweilen und kurzfristig von Vorteil, ist kein anstrebenswerter, demokratischer Grundwert. Im Gegenteil.
Es sind die Verdienstreichen, die sich für unersetzbar halten und den Wechsel fürchten. In Weimar sind diese nicht generell - aber wohl in der veröffentlichten Meinung die Mehrzahl. Kaum kündigt sich ein Wechsel an tönt es: Feurio, Intrige, Kamarilla, menschliche Abgründe, hinterhältige Tour: Die Wortwahl ist durchaus einprägsam.
Führungspositionen in der Politik sind keine Erbhöfe – und in kulturellen Institutionen sollten sie es nicht werden. Auch Weimar mit seinen zuweilen höfischen Gehabe sollte das akzeptieren. Kritik her, Verdienst hin.
Die peinigende Erkenntnis, jeder ist ersetzbar, hielte er auch sein vergangenes Tun als noch so fehlerfrei wie Einfalt reich, ist nicht immer erbaulich. Große Geister übten sich deshalb in Demut, kleinere geben ihren Nachfolgern im Amt unentwegt Ratschläge. Und Ratschläge sind auch Schläge.

 
 

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