Mit Unverständnis hat die Juso-Hochschulgruppe Jena die jüngsten Einlassungen des RCDS zur Thüringer Hochschulpolitik zur Kenntnis genommen. „Der RCDS rennt seit Monaten der Hochschulpolitik in Thüringen hinterher. Mit der Forderung nach einer zentralen Planwirtschaft für die Thüringer Hochschulen hat der CDU-Nachwuchs einen neuen Tiefpunkt in seiner Konzept- und Ideenlosigkeit erreicht“, erklärt der Sprecher der Juso-Hochschulgruppe Julian Volk.
„Zentrale Planwirtschaft hat keinen Platz in modernen Hochschulen“
Erst im Februar 2012 führte der Wissenschaftsausschuss des Thüringer Landtags eine Anhörung zu diesem Thema durch, die ein klares Bild zeichnete. Volk verweist exemplarisch auf die Stellungnahme des Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz. Dieser erklärte, dass die Entwicklungspläne alter Machart bereits zum Zeitpunkt ihres Drucks veraltet sind. Die Entwicklung in der Hochschullandschaft sei viel zu dynamisch, als dass sie durch einen solchen Plan eingeholt werden könne. Für Volk nur konsequent beschreitet das Thüringer Wissenschaftsministerium gemeinsam mit den Hochschulen einen neuen Weg. Mit der Rahmenvereinbarung III erhalten die Hochschulen für die nächsten Jahre Planungssicherheit und klare Leitlinien für ihre Entwicklung. In den derzeit laufenden Verhandlungen zu den Ziel- und Leistungsvereinbarungen werden mit jeder Hochschule individuelle und messbare Entwicklungsziele bestimmt. Auf dieser Basis baut schließlich ein strategischer Dialog zur langfristigen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahr 2020 und darüber hinaus auf. Dieser Weg wurde von allen Experten in der Anhörung, als der einzig zeitgemäße Ansatz in der Hochschulentwicklungsplanung bezeichnet.
Volk verweist in seinen Ausführungen auf den jüngsten Erfolg der Thüringer Hochschulen. Am Freitag hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein millionenschweres Forschungsprojekt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und zwei weiteren Partnerhochschulen bewilligt. Die Universitäten hatten sich gegen 11 Bewerber durchgesetzt. Der Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena hatte in der gleichen Anhörung des Wissenschaftsausschusses erklärt, dass sich vor vier Jahren noch niemand dieses Zentrum hatte vorstellen können. „Das enge Korsett der Planwirtschaft hätte nicht nur dieses Projekt verhindert. Es bremst neue Ideen aus, anstatt den Wettbewerb der besten Ideen zu fördern. Daher stehen wir anders als der RCDS klar zur Wissenschaftsfreiheit und autonomen Hochschulen“, erklärt Volk weiter.
„Der RCDS sollte seinen Sud aus billiger Polemik und Ideen aus dem letzten Jahrhundert endlich im Ausguss der Geschichte entsorgen und zur sachlichen Debatte zurückkehren. Denn die Thüringer Hochschulen haben es nicht verdient, dass auf ihren Rücken durchsichtige Wahlkampattacken geritten werden“, so Volk abschließend und spricht dabei die Empfehlung aus, dass der RCDS doch vielleicht den kurzen Weg über den Gang der CDU-Landesgeschäftsstelle gehen solle und sich beim Generalsekretär der Thüringer CDU über die Anhörung im Wissenschaftsausschuss informiert.