Ypsilanti begeistert Nordhäuser Publikum

Veröffentlicht am 28.06.2011 in Parteileben

Die hessische Gastrednerin begeisterte ihr Publikum am Donnerstagabend beim Jahresempfang des SPD-Kreisverbandes. Sie übte Kritik am gespaltenen Arbeitsmarkt, schlechten Bildungssystem und an ungerechter Gesellschaft.

Nordhausen. Sechshundert Kilometer ist Andrea Ypsilanti gestern gefahren. Von Frankfurt am Main nach Nordhausen und am Abend wieder zurück. Sechshundert Kilometer, um am Jahresempfang der SPD im Tabakspeicher teilzunehmen. "Die weite Reise habe ich für Dagmar Becker auf mich genommen", sagte der hessische Gast mit Blick auf die Kreischefin der Südharzer SPD. Denn Dagmar Becker sei eine "loyale Kritikerin der Verhältnisse". Sie traue sich, Kritik zu üben, und habe auch stets eine Antwort. Kritiker seien intern nicht immer gut gelitten, weiß Ypsilanti, "aber das Salz in der Suppe".
Die hessische Landtagsabgeordnete war "beeindruckt von dem Querschnitt der Gesellschaft", den sie zum Jahresempfang der Nordhäuser SPD erlebte. Denn der Dialog über Parteigrenzen hinweg sei wichtig, um die Antworten auf die großen Fragen der gegenwärtigen Gesellschaft zu finden, betonte Ypsilanti. Große Antworten erwarte sie von einzelnen Parteien nicht mehr. Deshalb müsse parteiunabhängig und -übergreifend nach Wegen gesucht werden. Die Politik müsse dazu gedrängt werden, wieder mehr zu gestalten, forderte Ypsilanti. Und Lobbyisten müssten aus den politischen Strukturen geworfen werden.
Andrea Ypsilanti versprach den Nordhäusern eine kurze Rede. "Ich kann mich auch in Ihre Füße hineindenken", meinte die 54-Jährige angesichts des Stehempfangs. Und sie hielt ihr Versprechen. Sie hatte vier große Themen und brachte jedes Einzelne auf den Punkt. Nicht nur Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke zeigte sich anschließend begeistert von den Worten der hessischen Genossin. Es gebe keine Gerechtigkeit in der Gesellschaft, beklagte Ypsilanti. Die Schere zwischen Arm und Reich werde immer größer. Weil gegen diese fehlende Gerechtigkeit nichts unternommen werde, wendeten sich viele Menschen von der Politik ab. Auf Dauer sieht Ypsilanti den sozialen Frieden in Gefahr.

Zu den Folgen der Finanzkrise meinte sie: Den Bankern müsse im Namen des Volkes eine Rechnung gestellt werden. "Die verdienen nach der Krise alle wieder gut", ärgerte sich Ypsilanti. "Ihnen wurden keine Handschellen angelegt. Das ist der eigentliche Skandal!" Kritik übte die Sozialdemokratin auch am "gespaltenen Arbeitsmarkt". Die Arbeitsverhältnisse müssten gerechter verteilt werden. "Prekäre Beschäftigung" sei nichts anderes als Ausbeutung. Und der Staat sei "nicht dazu da, die Dumping-Löhne gut verdienender Unternehmen aufzustocken". Sie forderte einen Mindestlohn von wenigstens 8,50 Euro, der aber auch nur gerade so reiche. Höhere Löhne würden Milliarden in die Sozialkassen zurückfließen lassen.
Mit klaren Worten prangerte Ypsilanti auch das schlechte Bildungssystem in Deutschland an. Dass man hier spare, sei ein Skandal. Der Staat müsse viel mehr in die Kinder investieren. Denn der heutige Nachwuchs müsse umfassend gebildet sein, um die Probleme von morgen lösen zu können. Dass schon in vierten Klassen schulische Weichen gestellt werden, ist für Ypsilanti ein unerträglicher Zustand. Wenn Kinder in Hauptschulen abgeschoben würden, sei vielen bereits die Zukunft verbaut worden. Das sei kein Alter, Kinder schon auszusortieren, meinte Ypsilanti.
Die großen Energiemonopolisten sollten entmachtet und Energie mehr regional produziert werden, wünschte sie sich. Für ihre Rede erntete Andrea Ypsilanti Applaus. Vom Nordhäuser Kreisverband erhielt sie ein Thüringer Kochbuch und Nordhäuser Doppelkorn. "Empören Sie sich an der richtigen Stelle", hatte Ypsilanti zum Abschluss ihrer Rede gefordert. Die Geschenke nahm sie aber dankend an - vermutlich haben sie ihr tatsächlich gefallen.

Jens Feuerriegel / 27.05.11 / Thüringer Allgemeine

 
 

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