Die SPD denkt an ALLE Kinder! Frohe Weihnachten! 38 Flüchtlingskinder aus der Geraer Gemeinschaftsunterkunft bekommen vom Weihnachtsmann und seinen Gehilfinnen, Sozialministerin Heike Taubert und der Thüringer Ausländerbeauftragten Petra Heß, heimliche Wünsche erfüllt.
Gera. Die kleine Laura (2) kurvt auf ihrem roten Bobby-Car rasant durchs Foyer des Geraer Kultur- und Kongresszentrums. Schwester Tamara (7) hält überglücklich eine Babypuppe im Arm und Bruder Nandi (10), der mit glockenklarer Stimme dem Weihnachtsmann ein Lied gesungen hatte, schlägt strahlend erste Akkorde auf der neuen Gitarre an. Geschenke, die die serbische Flüchtlingsfamilie ihren drei Kindern nie hätte machen können. Die Sozialleistung für Flüchtlinge liegt 30 Prozent unter der von Hartz IV-Empfängern.
Bereits zum zweiten Mal hatte gestern die SPD-Stadtratsfraktion von Gera zur Flüchtlingsweihnachtsfeier in Geras größtes Fest- und Kulturhaus eingeladen. Initiatorin Tanja Thoß, selbst zweifache junge Mutter, mit dem vier Monate alten Sohn Lucas auf dem Arm schaut sich zufrieden um: "Wir haben nach den Wunschzetteln der Kinder mehrere Stunden lang 38 Päckchen gepackt die Freude ringsum zeigt, dass wir das Richtige trafen und belohnt uns." Rund 800 Euro kamen aus Spenden der eigenen Genossen, von den Grünen, Linken, dem Demokratischen Frauenbund und Sponsoren zusammen. Auch Geraer Bürger hätten dazu gegeben. "Manche meinten allerdings: Warum soll ich für die was geben, viele Kinder hier haben auch nichts oder wenig." Tanja Thoß denkt anders: "Ich habe von Flüchtlingsschicksalen gehört und den Umwegen, auf denen die Menschen zu uns gekommen sind. Wir wollen ihnen heute sagen: Ihr seid willkommen."
Den Weihnachtsmann, der jedes der 38 Kinder nach vorne rief, unterstützten Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) und die Thüringer Ausländerbeauftragte Petra Heß . Nur einer war nicht aufgeregt und verschlief die ministerielle Geschenkeübergabe - der zwei Monate alte Ajxan, dessen Eltern armenische Flüchtlinge aus Aserbaidshan sind. "Wir wissen", so die Sozialministerin, "dass die Kinder von Asylbewerbern nur ein sehr schmales Weihnachten haben werden. Dieser Nachmittag soll sie teilhaben lassen an der Weihnachtsvorfreude, für die sie sonst nur Zuschauer wären."
Ausländerbeauftragte Petra Heß erklärte: "Für manches Kind hier ist das sein erstes eigenes Geschenk."
Heute wird sie in Eisenberg die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber aufsuchen: "Die ist so voll wie lange nicht." Entsprechend eines Regierungsabkommens mit Serbien und Kosovo nimmt Deutschland über die Wintermonate Roma und Sinti auf. "Deren Überleben wäre in diesen Ländern nicht gesichert", so Petra Heß . "Welche Mutter, welcher Vater würde nicht alles tun, damit sein Kind am nackten Leben bleibt?" fragt sie.
Über die Weihnachtszeit hinaus sei hier soziale Verantwortung der Politik, aber auch der Bevölkerung gefragt. Auch in Eisenberg werden heute 50 Flüchtlingskinder zwischen drei und 13 Jahren beschenkt. Inzwischen bestaunen die Geraer Asylbewerberkinder gegenseitig ihre Geschenke. Sie brauchen nicht zu schweigen, wenn andere Kinder in Kindergarten oder Schule von ihrem Weihnachtsmann und seinen Geschenken erzählen.
Quelle: Elke Lier / 22.12.11 / OTZ