Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Opel-Betriebsratsmitglied Reinhard Schäfer „Dieser Besuch hat uns Mut gemacht“, so der einhellige Tenor im Opel-Werk Eisenach nach der Stippvisite von Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, gemeinsam mit Thüringens SPD-Vorsitzenden Christoph Matschie, den SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Kranz und Carsten Schneider, den SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Doht und Heiko Gentzel sowie Eisenachs Oberbürgermeister Matthias Doht.
Dass der Mann aus Berlin ein Patentrezept mitbringt, hatte keiner erwartet. Allein seine Präsenz dokumentierte nachdrücklich, die SPD steht zu Opel, zu Opel Eisenach. Reinhard Schäfer, Betriebsratsmitglied von Opel Eisenach, betonte, „Steinmeier verbreitet mit seinem Kommen Optimismus, ein Optimismus, der uns Opelanern gut tut“.
Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz unterstrich dann auch mit Nachdruck, dass sich die SPD und speziell Frank-Walter Steinmeier frühzeitig zu Opel bekannt habe. „Mit Opel Eisenach sind die Existenzen von nahezu 15.000 Menschen in der Region verbunden“, unterstrich Frank-Walter Steinmeier. „Wer den Standort Eisenach jetzt sterben lässt, wird ihn nach der Krise nicht wieder aufbauen“, so der Vizekanzler. In Deutschland müssten die Autos der Zukunft nicht nur „erdacht und geplant, sondern auch gebaut werden, an einem so traditionsreichen Standort wie Eisenach“. Oberbürgermeister Matthias Doht informierte Frank-Walter Steinmeier beim Eintrag in das „Goldene Buch“ der Stadt über die lange und erfolgreiche Geschichte des Automobilbaus in Eisenach. Der SPD-Spitzenpolitiker überzeugte sich vom attraktiven Standort mit einer qualifizierten und engagierten Belegschaft. „Eisenach ist das wirtschaftlichste Werk im GM-Verbund“, unterstrich Opel-Chef Hans Demant. Die Produktivität des Eisenacher Opel-Werkes ist für Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz auch für andere Fahrzeughersteller beispielgebend. Unterstützt wird er in dieser Auffassung auch von der örtlichen Industrie. Wirtschaftsvertreter des Industrie-Stammtisches trafen sich mit Frank-Walter Steinmeier im Eisenacher Rathaus. „Die Region Eisenach ohne Opel ist nicht denkbar“, argumentierte Wolfgang Zahn vom Bosch-Werk. Frank-Walter Steinmeier votierte mit Nachdruck für langfristig tragbare Lösungen. Entgegen der Meinung vieler vor einigen Monaten, es gäbe potentielle Interessenten für Opel. Der Vizekanzler düste nach seinem Besuch dann auch gleich zu Gesprächen mit solchen in die Bundeshauptstadt. Magna und Fiat stehen in den Startlöchern. Eine positive Nachricht stärkt die Chancen von Opel. Im Monat April hat Opel seinen Marktanteil auf zehn Prozent gesteigert, behauptet den zweiten Platz bei den Neuwagenkäufen in Deutschland. Besonders die Naschfrage nach dem Corsa ist hoch. Und der verlässt die Fließbänder im Opel-Werk Eisenach!
Th. Levknecht