Der Betrieb der Tourist-Information am Markt soll deutlich teurer werden als das vormalige Angebot des Gera Tourismus e. V. im H35. Das wurde auf Nachfrage von Heiner Fritzsche (SPD) im Haushalts- und Finanzausschuss bekannt.
Der Stadtrat hatte vor einem Jahr beschlossen, die Gera Kultur GmbH mit der Betreibung eines „touristischen Informationspunktes“ im Rahmen ihrer Wirtschaftsplanes zu beauftragen. Damit sollte der städtische Zuschuss von 125.000 Euro auf 60.000 Euro sinken. Der Verein, in dem u.a. Hoteliers und engagierte Stadtführer Mitglied waren, musste Insolvenz anmelden und löste sich auf.
Nun sollen über die Leistungen der Gera Kultur GmbH hinaus noch weitere 140.000 Euro aus dem Haushalt der Stadt fließen, u.a. für zwei Personalstellen im Fachdienst Stadtmarketing. Das sei von Anfang an so vorgesehen, antwortete Uwe Müller von der Stadtverwaltung.
„Das trifft nicht zu, wie ein Blick in die Beschlüsse und Vorlagen zeigt“, betont Heiner Fritzsche. Stattdessen ist die Tourist-Info für die Stadt jetzt teuer als noch in Verantwortung des Gera-Tourismus e.V. „Das war absehbar, deshalb hatte die SPD-Fraktion vor einem Jahr gegen den Antrag gestimmt, der jetzt noch nicht einmal eingehalten wird“, bedauert Fritzsche.
Ähnlich sieht es beim Comma aus. Dort hatte die Volkssolidarität das Haus zunächst zuschussfrei und mit einem tollen Angebot geführt. Dann hatte die Oberbürgermeisterin vor zwei Jahren einen Zuschuss von 35.000 Euro im Jahr abgelehnt, und das Haus fiel an die Stadt zurück.
Im Kulturausschuss erklärte Uwe Müller nun, dass 2016 mit einem Zuschuss von 85.000 Euro geplant wird. Aus Sicht der SPD-Fraktion sei es fatal, solche Einrichtungen erst gut wirtschaftenden Organisationen abzunehmen, nur um sie dann kostenaufwendiger weiterzubetreiben. „Das hat jedenfalls nichts mit der ‚schlanken, flexiblen und fitten‘ Stadtverwaltung zu tun, wie sie die Oberbürgermeisterin beschreibt“, resümiert Fritzsche.