Tourismus nicht länger stiefmütterlich behandeln

Veröffentlicht am 27.05.2004 in Arbeit & Wirtschaft

Als ?Jobmotor?, der von der Landesregierung bisher nicht erkannt und gefördert wurde, sieht das Wirtschaftsforum der Thüringer SPD das touristische Kapital des Landes. ?Tourismus ist ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Thüringen?, so Dr. Richard Brändle, stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsforums.

Mittelfristig könnten mindestens 20.000 Arbeitsplätze neu entstehen. Lege Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz jetzt wenige Tage vor der Landtagswahl ein Tourismuskonzept vor, sei dies wie beim Durcheinander um die Wasser- und Abwasserbeiträge nur ein weiterer Versuch der Landesregierung, von ihren Versäumnissen abzulenken, so Brändle weiter.

Betrachte man allein die Zahl der Übernachtungen, stelle man fest, das Sachsen-Anhalt und Sachsen seit 1993 Zuwachsraten von 60 bzw. 100 Prozent verzeichneten. Mecklenburg-Vorpommern sei es im gleichen Zeitraum sogar gelungen, seine Übernachtungszahl um fast 200 Prozent zu steigern. In Thüringen habe es zwar anfangs ein Plus von 45 Prozent gegeben, seit 2000 sei die Zahl der Übernachtungen allerdings wieder stark rückläufig. ?Wir sind das Schlusslicht der neuen Bundesländer, was den Tourismus betrifft ? weitere verlorene Jahre mit einer auch in dieser Hinsicht schlecht aufgestellten Landesregierung können wir uns nicht mehr leisten?, warnt Brändle vor den Folgen gerade für die mittelständische Wirtschaft in Thüringen.

Versäumnisse bestünden nach Ansicht des Tourismus-Experten des Wirtschaftsforums in erster Linie darin, dass es der Landesregierung nicht gelungen sei, ein touristisches Gesamtkonzept für Thüringen zu entwickeln und für alle Tourismus-Regionen zugleich eine Dachmarke zu schaffen, die sich national und international erfolgreich vermarkten ließe. ?Stattdessen sind seit Jahren Millionen-Beträge in externe Gutachten, in Spaßbäder und in die landeseigene Thüringer Tourismus GmbH geflossen, ohne dass sich wirklich etwas bewegt hätte?, kritisiert Brändle. Gerade die nicht unerheblichen Investitionen in Freizeitbäder ließen sich erst dann rechtfertigen, wenn zunehmender Fremdenverkehr auch für die betriebswirtschaftlich erforderliche Auslastung sorge. Dies sei allerdings bislang häufig nicht der Fall gewesen.

Im Rahmen einer Tourismus-Offensive müsse es nach Ansicht von Brändle jetzt darum gehen, ein überzeugendes Konzept zu entwickeln, das als Leitbild für alle Thüringer Regionen diene. Das Außenmarketing müsse dabei in einer Hand liegen, um auch sportliche und kulturelle Großereignisse auf geeignete Weise einzubinden. Im Rahmen einer Qualitätsoffensive gelte es zudem, einheitliche Standards für die Tourismusbranche zu schaffen. Dies erleichtere gerade den Absatz auf dem internationalen Markt. ?Wir müssen weg vom `Klein-Klein?, wir müssen verstärkt zusammenarbeiten und Netzwerke bilden, um geschlossen als Tourismus-Region Thüringen aufzutreten?, regt Brändle an.

Begleitet werden müsse dies durch finanzielle Unterstützung von Kur- und Erholungsorten durch das Land. Nur so seien die Kommunen häufig überhaupt in der Lage, die erforderliche Infrastruktur beispielsweise in Form von Parkanlagen, Radwegen oder Campingplätzen zu schaffen und dauerhaft zu erhalten. ?Schon in zwei bis drei Jahren muss Thüringen auf diese Weise nicht mehr Schlusslicht sein?, ist der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Wirtschaftsforums überzeugt. Unmittelbar nach der Landtagswahl müsse die Tourismuspolitik daher endlich aus dem Schattendasein heraus geholt werden, in das sie von der CDU-Regierung gedrängt wurde.

 
 

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