Thüringer Lohnbedingungen sind eine Katastrophe

Veröffentlicht am 22.01.2009 in Arbeit & Wirtschaft

SPD Arbeitnehmer zum Sozialreport
Die Thüringer Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD weist auf die verheerende Ungerechtigkeit bei der Entlohnung der Beschäftigten im Freistaat hin. AfA-Landesvorsitzender Frank Weber erklärt, dass das tatsächliche Niveau der Löhne im Osten bei gerade einmal 71 Prozent des Westniveaus liege.

„In Thüringen sind mehr als 350.000 Menschen im Niedriglohnbereich beschäftigt. Darunter fallen diejenigen, deren Einkommen unter der Hälfte des Bundesdurchschnitts liegt. Daraus resultiert, dass in Thüringen jeder Dritte Empfänger von Hartz-IV-Leistungen ein so genannter „Aufstocker“ ist. Das bedeutet, dass hier soziale Transferleistungen laufen, obwohl die Menschen arbeiten gehen. Hier muss endlich etwas passieren. Es ist nicht akzeptabel, dass Steuerzahler damit Billiglohn subventionieren“, so Weber.

Besonders erzürnt Weber, dass ausgerechnet die FDP Thüringen nun so tut, als wolle sie Lohngerechtigkeit. Beim sogenannten „Freiheitskongress“ der Friedrich–Naumann-Stiftung versuchte der Thüringer FDP-Chef Barth in seiner Schlussrede zu verdeutlichen, dass im Osten Lohnungerechtigkeiten herrschen.

„Gerade FDP und Union haben aber tatkräftig dazu beigetragen, dass ungerecht bezahlt wird. Vor allem Spitzenpolitiker der Liberalen haben immer dann, wenn die Gewerkschaften für gerechte Löhne eingetreten sind, die neoliberalen Sprüche ausgepackt und Zurückhaltung der Arbeitnehmer gefordert. Die FDP wäre besser beraten, wenn sie aus der Krise am Kapitalmarkt endlich vernünftige Lehren zieht, statt weiter Sozialdarwinismus mit Freiheit zu verwechseln. Wir brauchen gesetzliche Mindestlöhne und starke Gewerkschaften, nur so haben Freiheit und Gerechtigkeit eine Chance und die Menschen eine Chance auf ein
Mehr in der Lohntüte“ erklärt Weber.

 
 

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