Thüringer Gemeinschaftsschule

Veröffentlicht am 09.03.2010 in Bildung & Kultur

Der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Döring wirbt
für das Modell Thüringer Gemeinschaftsschule, das er in der Erfurter
Koalition mit entwickelt hat.

Und er hofft, dass sich wie beispielsweise in
Jena auch im Landkreis Eichsfeld sogenannte Schulgemeinden dafür erwärmen.Denn nur wo eine Schulgemeinde (jeweils Eltern, Schüler, Lehrer und Schulträger) vor Ort die Bildung einer Gemeinschaftsschule auf freiwilliger Basis wünschen, dort kann sie entstehen. "Ideologische Grabenkämpfe und parteipolitische Scheuklappen sind hier völlig fehl am Platz", wendet sich Döring gegen Kritik, die u.a. Rolf Berend von der Eichsfelder CDU geäußert hatte.
In einem Pressegespräch erläuterte der Bildungsexperte der
SPD-Landtagsfraktion, dass zentrales Anliegen der Gemeinschaftsschule das gemeinsame Lernen bis zur achten Klasse ist, wobei für jeden Schüler dann grundsätzlich noch jeder Schulabschluss möglich und ein Wechsel unproblematisch ist. Diese Schulform solle gleichberechtigt neben der bisherigen Gliederung bestehen als Ganztagsschule und in einer kommunalen Vernetzung, wie sie schon mit "nelecom" in Dingelstädt existiert.
Beispielsweise könnten eine Grund- und eine Regelschule, die sich bereits
jetzt im selben Gebäude befinden, eine Gemeinschaftsschule bis Klasse zehn bilden, so Döring. Und da hier die gymnasiale Oberstufe bis Klasse zwölf fehle, müsse eine verbindliche Kooperation mit einem Gymnasium eingegangen werden. Oder die neue Schulform werde an einem jetzigen Gymnasium gebildet.
Von der Gemeinschaftsschule verspricht sich Döring u.a. mehr Chancen von Nichtakademiker-Kindern auf das Abitur und prinzipiell eine individuellere Förderung. Bedingung wären aber neben räumlichen Voraussetzungen eine konsequente Teamarbeit der Lehrer und das Hinzuziehen von Sozialpädagogen, Schulpsychologen und Förderschullehrern. Das Land stelle deshalb eine
Anschubfinanzierung in Aussicht.
Wichtig sei nun, dass sich alle Schulen mit der Gemeinschaftsschule
beschäftigen, die ähnlich bereits in Schleswig-Holstein gut angenommen
werde. Sollte sich bei der regionalen Informationsveranstaltung am 12. April in Gotha zeigen, dass im Eichsfeld reges Interesse besteht, würde
Hans-Jürgen Döring im Landkreis auch eine eigene Inforunde organisieren. Ab Mai 2010 können Thüringer Schulträger (einige haben schon Interesse bekundet) Förderanträge stellen. Im Herbst 2010 kommt der Gesetzentwurf in den Landtag. Mit dem Schuljahr 2011/12 könnten Gemeinschaftsschulen mit ersten gemeinsamen fünften Klassen starten.

 
 

Homepage Hans-Jürgen Döring

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