Thüringen legt Strategiepapier für Zukunft der Solarbranche vor

Veröffentlicht am 24.09.2012 in Arbeit & Wirtschaft

Das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Solarbranche im Freistaat suchen nach Auswegen aus der Solarkrise: In einem gemeinsamen Strategiepapier werden u.a. die Etablierung einer eigenen Marke für Photovoltaik-Produkte, eine Neuausrichtung der Installationskostenförderung durch die KfW oder neue Produktangebote von integrierten Systemen aus PV-Anlagen und Stromspeichern vorgeschlagen.

„Wir brauchen Ideen, die die Solarbranche stärken, statt immer neuer schwarz-gelber Abbruchkonzepte“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister und stellvertretender SPD-Vorsitzender Matthias Machnig. Mit dem Strategiepapier werde erstmals wieder industriepolitisch nach vorne gedacht. Und Dr. Hubert Aulich, Vorstand von PV Crystalox Solar plc und Vorstandsvorsitzender des Thüringer Kompetenznetzwerkes SolarInput, erklärt: „Die Photovoltaikmärkte wachsen weltweit und der Anteil des deutschen Marktes am Gesamtweltmarkt wird kleiner. Deshalb ist es essentiell für Unternehmen der Thüringer Photovoltaikbranche, sich weiter international Märkte zu erschließen, ihre Kräfte zu bündeln und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dabei sind aber weltweit faire Wettbewerbsbedingungen notwendig!“

Das „Strategiepapier für die thüringische Solarwirtschaft“ ist in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe unter Führung des Thüringer Wirtschaftsministeriums und des Branchennetzwerks SolarInput e.V. entstanden. Darin werden drei zentrale Handlungsfelder für die Zukunft identifiziert: „industriepolitische Handlungsansätze“, „Marktentwicklung und Marktinstrumente“ sowie „Innovationen und Marktstrategien“. Vorgeschlagen wird nicht zuletzt eine grundlegende Überarbeitung des EEG. In Zukunft gehe es vor allem um die Integration des Solarstroms in den Energiemarkt, sagte Minister Machnig. Notwendig sei ein neues „Marktdesign“, das geeignete Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien schaffe und Förderung mittelfristig überflüssig mache. „Dazu gehören zum Beispiel Vorrangregeln für regenerativen Strom und eine Gesamtkostenbetrachtung, die zum Beispiel auch Quersubventionierung und Umweltschäden mit einbezieht.“

„Wir haben gerade in den neuen Ländern mit Milliardenaufwand eine Zukunftsindustrie aufgebaut“, so Machnig mit Blick auf die Solarbranche. „Mit dem Strategiepapier wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass diese Branche hier bei uns wettbewerbsfähig bleibt und weiter wachsen kann.“ Ziel müsse es sein, dass Forschung, Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland blieben.

Das Strategiepaier im Wortlaut.

 
 

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