StuRa: FSU ist einseitig marktradikal ausgerichtet

Veröffentlicht am 01.11.2006 in Allgemein

Christian Zinke, Vorstandsmitglied des Studierendenrates erklärt zur Kooperation der FSU mit dem CHE: ?Die Uni wird zunehmend marktradikaler. Ein Rektor, der Studiengebühren am Liebsten sofort einführen möchte, ständige Werbung für Studienkredite und nun die Kooperation mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).?

Das Studentensekretariat hat letzte Woche im Auftrag des CHE Logins für Online-Fragebögen an über tausend Studierende verschickt. Die Fragebögen sollen für die Erstellung bundesweiter Studiengang ? Rankings herangezogen werden.

Christian Zinke: ?Diese Rankings sollen die von Vertretern marktorientierter Hochschulmodelle hochgelobte Idee der ?Abstimmung mit den Füßen? weiter befördern. Studierende sollen künftig durch ihre vermeintliche Nachfragemacht als Kunden Hochschulen gestalten. Wem es nicht gefällt ? der wechselt einfach die Uni. Eine solche Reduktion Studierender zu Konsumenten verstößt gegen die Prinzipien einer humanistischen Bildung?

Wenn sich der Einzug des Marktprinzips von Angebot und Nachfrage an den Hochschulen weiter verstärkt, führt dies unmittelbar zu einer Hochschulfinanzierung durch Studiengebühren und deren Gegenfinanzierung seitens der Studierenden durch Kreditaufnahme. So ist es nicht verwunderlich, dass das marktgläubige CHE für Studiengebühren und -kredite eintritt.

Anja Kräher, ebenfalls Vorstandsmitglied: ?Der Hochschulzugang muss sozial gerecht ausgestaltet sein. Er darf nicht durch sozial selektive Studiengebühren erschwert werden. Studienkredite lösen dieses Problem nicht. Sie schrecken sozial Schwächere nur ab. Des Weiteren müssen Studierende durch echte Mitbestimmungsrechte an der Hochschulorganisation beteiligt werden. Studierende als Kunden, die unter einem ökonomischen Druck gesetzt werden, ihr Studium möglichst marktorientiert zu gestalten, befinden sich in einer Unterdrückungs- situation und eben nicht in einer verbesserten Situation.?

Soziale Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Demokratie sind Eckpfeiler eines humanistischen Bildungsideals und dürfen nicht durch Insititutionen wie das CHE schrittweise ausgehöhlt werden.

Christian Zinke: ?Wir fordern die Uni auf, die Kooperation mit dem CHE einzustellen und dem StuRa eine kritische Stellungnahme zu den Positionen und der Praxis des CHE durch eine Finanzierung von Postwurfsendungen an alle Studierende zu ermöglichen. Desweiteren fordern wir die Studierenden der FSU auf sich auf der Demo am 09.11. gegen eine Ökonomisierung der Hochschulbildung zu wehren!?

 
 

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