
Mahnmal für die Opfer der DDR-Diktatur am Abend der ersten Montagsdemo nach der friedlichen Revolution am in Ilmenau
Stefan Sandmann bezeichnet den Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann als Sternstunde des Deutschen Bundestages. Angesichts der Geschichtsvergessenheit und der derzeitigen Situation hier in Thüringen spricht Biermann zum richtigen Zeitpunkt, offen aus, was viele Menschen denken. Damit reiht er sich ein, in die historischen Reden von Paul Löbe am 7. September 1949 und Hans-Jochen Vogel am 9.11.1989 und wird damit in die Deutsche Geschichte eingehen. Sein Streben nach Freiheit und Demokratie hat diesen Auftritt erst ermöglicht. Bereits in der DDR hatte er die menschenverachtende Ideologie der SED offen kritisiert und damit sein Leben riskiert. Damit schließt sich heute der Kreis und seine Rede vor dem Lied ist Ausdruck tiefer Verachtung für die Mitglieder der SED-Nachfolgepartei. Alle demokratischen Parteien sollten diesen Zeitzeugen, wie auch die Frage des Bundespräsidenten vom Wochenende sehr ernst nehmen. Es braucht Zeitzeugen und klare Worte zur richtigen Zeit, um Demokratie und Freiheit zu bewahren und die Fehler der Geschichte nicht zu wiederholen. Denn „Wer sich seiner Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen! George Santayana“.
Zum Hintergrund:
Paul Löbe hat 1898 in Ilmenau den SPD-Ortsverein gegründet. Ich schäme mich derzeit für die SPD in Thüringen und die Absicht meiner Partei, der SED-Nachfolgepartei - ohne Aufarbeitung ihrer Geschichte und mit StaSi-Spitzeln in der Landtagsfraktion - zur Regierungsverantwortung und dem Ministerpräsidenten zu verhelfen. Zwischen 1945 und 1952 wurden Sozialdemokraten, die nicht freiwillig in die SED eintreten wollten in Umerziehungslager (z.B. Buchenwald) verschleppt, ca. 1500 sind nicht zurückgekehrt. Die Sozialdemokratie wurde in der SBZ / DDR zur staatsfeindlichen Gesinnung erklärt und unter Strafe verboten. Mit dieser Geschichte darf die SPD hier in Thüringen - wo sie in Gotha und Eisenach ihre Wurzeln hat - nicht den Fehler machen, ihre eigene Geschichte und damit sich selbst zu verraten.










