Viel Arbeit für wenig Geld: Wie die Studie des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie (inifes) zeigte, wechseln 25% der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung zwischen befristeten Arbeitsverhältnissen, Leiharbeit oder Praktika in die Arbeitslosigkeit und umgekehrt. Von allen qualifizierten Praktikantinnen und Praktikanten werden nur 22% vom selben Arbeitgeber übernommen. "Das ist eine ausgesprochene Fehlentwicklung", so Doris Aschenbrenner vom Bundesvorstand der Juso Hochschulgruppen. "Praktika sollten zur Orientierung und Qualifizierung dienen, tatsächlich werden sie zu gering bezahlten Warteschleifen."
Nach Angabe der Studie sind über 60% aller freiwilligen Erstpraktika unbezahlt oder unangemessen vergütet. Mehr als 80% der Praktikanten werden mindestens die Hälfte der Zeit als normale Arbeitskraft eingesetzt. "Praktika mit über einem Monat Länge müssen vergütet werden! Der Gesetzgeber darf bei der Ersetzung regulärer Stellen durch Praktikumsplätze nicht weiter untätig zusehen!", forderte Aschenbrenner.
Die Juso-Hochschulgruppen sehen die Gefahren der gering bezahlten Warteschleife, an der in manchen Berufssparten kein Weg vorbei führt, und fordern die Regierung zum Handeln auf. Nach der langen Zeit in der Hochschule haben junge Menschen ein verstärktes Bedürfnis nach Selbstständigkeit und Planungssicherheit. Im Spießrutenlauf von Praktikum zu Praktikum fehle allerdings die Grundlage für Lebens- und Familienplanung. "Praktika dürfen nur eine Übergangslösung darstellen. Sie müssen nach kurzer Zeit zu Einstellungen führen", so Aschenbrenner abschließend.