Entscheidung vertagt
Stedtfeld. Vor den Toren des „Hauptquartiers“ des Trink- und Abwasser Verbandes Eisenach-Erbstromtal (TAV) hatten sich entschlossene Demonstranten eingefunden, welche die zur Sitzung eintreffenden Verbandsräte mit Transparenten empfingen. Auf diesen war die Forderung nach der Ablösung der Herren Köckert und Fritz verfasst.
Die zahlreichen Demonstranten zogen dann geschlossen in den Sitzungsraum des TAV in der Erwartung, dass die geplante horrende Gebührenerhöhung nicht zustande kommt. Sie fanden kaum ausreichend Platz, so mussten einige von ihnen daher das Geschehen von der Treppe her verfolgen.

Der SPD Kreisvorsitzende Ralf Pollmeier, Verbandsrat der Stadt Creuzburg, machte gleich zu Beginn der Diskussion die Forderung nach umgehenden Einsparungen beim TAV auf. Diese Forderung fand bei den Besuchern große Zustimmung und wurde mit anhaltendem Beifall bedacht. Verbandsratsvorsitzender Köckert reagierte auf diese Einsparungsforderungen ausweichend und fiel in Polemik, um Pollmeier mangelnde Sachkenntnis zu unterstellen. Worauf die Besucher sehr empört reagierten.
In der Folge meldeten andere Verbandräte ebenfalls ihre Bedenken an, darunter auch die Vertreter der Stadt Ruhla, in ihrer Mitte der stellvertretende SPD Kreisvorsitzende Hans-Joachim Ziegler. Unterstützung fand Ralf Pollmeiers Forderung auch von Günter Oßwald, SPD Stadtrat und Verbandsrat aus Treffurt. In mehreren Wortmeldungen verwies auch Dr. Lessig auf die Notwendigkeit einer Vertagung der Gebührenerhöhung. Dem Management soll nun die Möglichkeit gegeben werden, Sparpotentiale zur Kostensenkung vorzulegen.
Um die hitzige Diskussion etwas abzumildern schlug Torsten Gieß eine Auszeit vor. Nach dieser Pause wurde die Entscheidung der Gebührenerhöhung bis zum 30. Juni vertagt.

Es war ein Hauch Wendezeit im Sitzungsraum des TAV spürbar. In einer sehr emotional geladenen Atmosphäre spürten sicherlich die Verbandsräte die große Verantwortung. Ob dieser Sitzungstag auch zur Wende im Management des TAV führen wird bleibt abzuwarten.
Den Bürgern im Einzugsgebiet des TAV wäre es sehr zu wünschen, konnten Sie doch zu dieser Sitzung die Erfahrung machen, dass auch ihr Engagement nicht vergeblich ist.
Siehe auch Pressemitteilung des SPD Kreisvorsitzenden Ralf Pollmeier
Der Bürger wird’s schon zahlen….
Am Donnerstag den 10.06 um 19.00 Uhr soll auf Wunsch der Verbandsleitung die Gebührenerhöhung des Trinkwasserzweckverbandes durchgezogen werden.
Das führt zu einer durchschnittlichen minimalen Preiserhöhung von 20 % beim Trinkwasser und 40 % beim Abwasser.
Das ist eine weitere zusätzliche Kostenbelastung für den Bürger, die gerade in diesen Zeiten mit sinkenden Realeinkommen schmerzt.
Aufgabe einer verantwortungsbewussten Verbandsleitung wäre es, dafür zu sorgen, dass der Bürger von zusätzlichen Kosten verschont bleibt.
Dass es kostengünstiger geht belegt der im letzten Monat vorgelegte Prüfbericht der KPMG. Dem Verband werden großen Defizite im Management vorgehalten. Er arbeite nicht kostenorientiert und verursache zu hohe Ausgaben. Auf gut Deutsch: Es kümmert sich keiner richtig um den Laden.
Und wie reagiert das Management? Der Geschäftsführer geht Nebentätigkeiten nach und verwendet nicht ausreichend Zeit für seinen Job.
Er erstellt eine Kalkulation auf Basis der alten Kostenstruktur und schreibt diese Kosten mit Erhöhungen für die nächsten Jahre fort. Das ist ja einfach und zeitsparend, man braucht sich keine Gedanken machen und hat die Zahlen ratz-faz auf dem Papier. Die Preise werden auf dieser hohen Kostenbasis kalkuliert und steigen um die genannten 20 – 40 %!
Nach dem Motto: Der Bürger wird sich zwar ärgern, aber dann wohl schon zahlen.
Und hiermit muss Schluss sein. Der Bürger hat ein Anrecht auf gutes Wirtschaften, ein Anrecht darauf dass sich die Verbandsgeschäftsführung möglichst viele und gute Gedanken macht, wie es im Sinne des Bürgers kostengünstiger und besser geht. Dafür wird sie bezahlt. Und zwar vom Bürger.
Deswegen fordere ich:
Bevor Gebührenerhöhungen beschlossen werden muss die Geschäftsführung die in der Prüfung aufgedeckten Sparpotentiale gehoben haben. Das bedeutet, einen Plan erstellen, welche Maßnahmen man ergreifen will und bis wann man welche Maßnahmen zur Kostensenkung umgesetzt haben will.
Erst wenn der Kostensenkungsplan vorliegt und auf dieser Basis eine neue Kalkulation erstellt wurde, darf über die Gebührenerhöhung entschieden werden.
Ralf Pollmeier, SPD Kreisvorsitzender