Neben der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats hat auch die Geraer SPD angekündigt, sich intensiv mit dem Thema Hofgut auseinanderzusetzen. SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Hofmann hatte im Namen der gesamten SPD-Fraktion bereits den Umgang mit dem Fettnäppchen bemängelt. Nun laden Partei und Fraktion alle Beteiligten zu einer lockeren Gesprächsrunde ein. „Am Dienstag, den 21.7., wollen wir uns ab 19 Uhr im Hofgut treffen und mit allen, die Interesse daran haben, über die aktuellen Entwicklungen sprechen,“ kündigt die Geraer SPD-Vorsitzende Melanie Siebelist an.
„Wir haben großen Respekt vor den Leistungen des Kabaretts. Für uns gehört das Fettnäppchen zu Gera und auch ins Hofgut. Die Art und Weise, wie mit dem Team umgegangen wird, sehen wir als weiteren Tiefschlag für die Geraer Kulturszene.“
Selbstverständlich seien auch die Befürworter des Interessenbekundungsverfahrens als Teilnehmer erwünscht, um ihre Position zu erläutern. „Wir wollen, soweit das möglich ist, zwischen den Beteiligten vermitteln. Am Ende sollte eine Lösung stehen, bei der die Stadt stufenweise in den nächsten Jahren mit höheren Einnahmen rechnen kann und das Fettnäppchen auch in Zukunft das Hofgut nutzt. Wir würdigen die Investitionen, die hier in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden“, so Siebelist. Aktuell steht aus Sicht der SPD weiterhin die Vermutung im Raum, hier soll eine Kritikerin der Stadtspitze bestraft werden. Insofern sei der freundliche Aufruf, sich am Verfahren zu beteiligen, mindestens zweifelhaft.
Für die inflationäre und intransparente Verwendung von Interessenbekundungsverfahren hätten sowohl die SPD-Stadtratsmitglieder als auch viele Parteimitglieder wenig Verständnis. „Wir haben beim Kultur- und Kongresszentrum gesehen, wie hier ohne Ergebnis ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt wurde. Damit wurde der Ruf des Hauses beschädigt. Nun soll es für das COMMA, das Wismut-Krankenhaus und das Hofgut ein Interessenbekundungsverfahren geben – zu spät, zu intransparent und mit fraglichem Ausgang. Die frühzeitige Diskussion von langfristigen Konzepten würde uns deutlich besser gefallen“, meint Siebelist.
Das Treffen des SPD-Ortsvereins werde auch dann im Hofgut durchgeführt, sollte der Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung zu einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung kommen, kündigte der Ortsvereinsvorsitzende Peter Glotz an.