Bunt war die Themenpalette auch beim jüngsten Politstammtisch der SPD Eisenach-West.
Freude bereitete die Nachricht von der unmittelbar bevorstehenden Sanierung des Wartburgstadions. „Damit wird das letzte noch zu Trainings- und Wettkampfzwecken genutzte Sportmuseum wirklich Geschichte“, erklärte der sportinteressierte Rainer Kanis. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung mache es möglich, dass die Bagger anrücken, die Aschenbahn nach 55 Jahren verschwinde, informierte SPD-Stadtratsmitglied Thomas Levknecht. „Zwar können nicht alle Wünsche erfüllt werden, doch der Schul- und Vereinssport erhält eine zeitgemäße Sportstätte“, so Thomas Levknecht, für die SPD, gemeinsam mit Susanne Schneider-Raab als berufene Bürgerin, im Sportausschuss des Stadtrates.
Die in Angriff genommene Sanierung von verschiedenen Spielplätzen im gesamten Stadtgebiet wurde wohlwollend diskutiert. „Hoffentlich bleiben sie von Vandalismus verschont. Da müssen wir alle aufpassen“, argumentierte ein Vater von zwei kleinen Kindern.
Kritisch wurde die Situation im Eisenacher Bürgerhaus beleuchtet. „Wir ziehen jetzt einen Schlussstrich. Es wird unerträglich. Wir mieten uns für die Proben im Schlachthof ein“, erklärte ein Vereinsvertreter, der von Schikane des neuen Betreibers berichtete. Leider hätten die Verantwortlichen im Rathaus und auch die Stadtratsfraktionen innerhalb von vier Monaten keinen gangbaren Weg eröffnet. „Wir müssen aufpassen, dass das Bürgerhaus nicht den Charakter eines Bürgerhauses verliert“, merkte ein Bürger an. „Wenn es eine reine Veranstaltungsstätte wird, wie verhält es sich dann mit dem trotz Absenkung nicht unbedeutenden städtischen Zuschuss“, fragte eine Vereinsvertreterin. Die SPD-Stadtratsfraktion wurde mit Nachdruck aufgefordert, endlich einzugreifen.
„Auf der einen Seite ist es schön, wenn an vielen Stellen in der Stadt gebaut wird, andererseits sind die Verkehrsbehinderungen durch scheinbar unkoordinierte, unabgestimmte Maßnahmen nahezu unerträglich“, schimpften mehrere Gäste des SPD-Stammtisches. Rohrbrüche und daraus resultierende Straßensperrungen seien nun einmal nicht vorhersehbar, argumentierte Eisenachs SPD-Vorsitzender Torsten Tikwe. Die vielen Baustellen zeigten, es passiert was in der Stadt, wie der Neubau der Hörselbrücke.
Mit großer Sorge wandte sich die Diskussion in Richtung der städtischen Finanzen. Wie das 9-Millionen-Loch stopfen? „Wir können doch nicht das Leben in der Stadt platt machen, Bibliothek und Freibad sowie die Sportstätten für den Vereinssport schließen, Vereine aller Genres, der soziale Kitt in der Stadt, in Existenznot bringen. Das in punkto der so dringend erforderlichen Gebietsreform untätige Land sei in der Pflicht“, so der einhellige Tenor der Runde in der Gaststätte „Waldschlößchen“.
Th. Levknecht