Die Weimarer SPD sieht gute Chancen zur Etablierung von Gemeinschaftsschulen in Weimar. Die Gemeinschaftsschule in der die Kinder bis zur Klasse 8 gemeinsam unterrichtet werden und an der alle Abschlüsse bis zum Abitur möglich sind, ist ein Kernbestandteil sozialdemokratischer Bildungspolitik. Allerdings
sollte nach Meinung der Weimarer SPD jetzt nicht die Stadt auf Standortsuche gehen. Dazu erklärt Sven Steinbrück, Stellvertretender Kreisvorsitzender der Weimarer SPD: „Die Initiative zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule sollte nicht von der Stadtverwaltung, sondern von den Lehrern, Eltern und Erzieherinnen in den Schulen ausgehen. Wenn für einen Schulstandort ein gutes Konzept vorgelegt wird und die Eltern, Lehrer und Erzieher eine Gemeinschaftsschule wollen, dann sollte die Stadt als Schulträger diese Pläne aktiv unterstützen.“ Damit wendet sich die SPD auch gegen den Vorschlag des CDU-Beigeordneten Hauburg, eine Gemeinschaftsschule in Schöndorf zu errichten.
Dazu Sven Steinbrück: „Natürlich kann Schöndorf ein guter Standort für eine Gemeinschaftsschule sein. Aber er ist bei weitem nicht der einzige denkbare Standort.“ So finden sich etwa am Standort Pestalozzischule gute räumliche Ausgangsbedingungen. Und auch in Weimar West mit Musäus-Regelschule und Humboldtgymnasium sind sehr gute Standortbedingungen gegeben. Hier könnte das Modell der sozialen Stadt durch eine Gemeinschaftsschule bereichert werden. Zudem bietet der Schulstandort Gropiusstraße die strukturellen Voraussetzungen für eine Gemeinschaftsschule.
Der CDU unterstellt Steinbrück, diese wolle mit der Festlegung auf Schöndorf letztlich vor allem die Debatte um die Gemeinschaftsschule in Weimar verhindern. Da die Schöndorfer Grundschule erst saniert werden müsste, um die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, könnte sie nicht an der bereits im Herbst beginnenden Pilotprojektphase teilnehmen. Weimar würde damit den Anschluss an die Entwicklung verpassen. „Die CDU kann sich vom dreigliedrigen Schulsystem und damit vom Preußischen Ständestaat offenbar nicht lösen, obwohl sich ja inzwischen oft genug gezeigt hat, dass dieses Schulsystem alles andere als gleiche Chancen bietet und letztlich im internationalen Vergleich eine Sackgasse ist.“, so Steinbrück.