Foto: Thomas Liehr Gegen den für heute ab 8 Uhr geplanten Neonazi-Aufmarsch vor einer Flüchtlingsunterkunft in Gera zu protestieren, dazu ruft die Geraer SPD auf. Der geplante Aufmarsch werden als unerträglich empfunden. „Für Menschen, die in Kriegsgebieten unglaublich entsetzliche Dinge erlebt haben, muss es furchtbar sein, sich in Deutschland in Sicherheit zu wähnen und dann von Neonazis erneut bedroht zu werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Melanie Siebelist.
Mitglieder der SPD werden sich deshalb an der Gemeinschaftsunterkunft einfinden. „Bitte kommen Sie ab 7.30 Uhr zur in die Herderstraße.“, appelliert Tanja Thoß, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ost. „Lassen Sie die Flüchtlinge aus Syrien und anderen notleidenden Ländern mit dieser Bedrohung hier in Gera nicht allein!“
Es sei auch mehr als traurig, dass durch die Eurokrise wieder ein Klima der Abgrenzung zwischen Deutschen und Ausländern entstanden sei, wobei manchen in Diskussionen zwischen „guten“ oder „nützlichen“ Ausländern und „schlechten“ Ausländern unterschieden werde. „Deutschland hat bei der WM 2006 ein völlig anderes Bild von sich hinterlassen, als freundliche und aufgeschlossene Gesellschaft. Nazi-Aufmärsche vor Flüchtlingsheimen sind das pure Gegenteil und könnten wie in den 90er Jahren der Beginn einer Gewaltspirale darstellen“, sagte Siebelist.
Deshalb sei es wichtig, sofort deutlich zu machen, dass derlei Provokationen absolut unerwünscht sind. „Die Nazis testen mit solchen Aktionen, ob ihre bösartigen Plakate und ihre Einstellungen auf fruchtbaren Boden fallen und wie eine Stadt reagiert.“ In Weimar, wo Neonazis ebenfalls demonstrieren wollen, sei der Protest groß. Siebelist und Thoß hoffen, dass auch in Gera ein deutliches Signal in Richtung der Nazis gesendet werden.