„Heute wurde eine große Chance verschenkt, tausende Schlecker-Mitarbeiterinnen vor dem wirtschaftlichen Desaster zu bewahren und schnell in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln.“ Wolfgang Lemb, der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, ist stocksauer. Laut Lemb habe sich „die FDP dafür entschieden den Existenz-Kampf ihrer Partei auf den Rücken der Schlecker-Frauen auszutragen.“
Vorausgegangen war das „Nein“ der Liberalen zu einer Schlecker-Transfergesellschaft. „Damit hat die selbsternannte Wirtschaftspartei FDP gezeigt, dass sie in ihrer einstigen Kernkompetenz restlos überfordert und dringend auf Hilfe angewiesen ist“, resümiert der Wirtschaftspolitiker Lemb. Nun kämen mit der Zahlung von Arbeitslosengeld voraussichtlich mehr Kosten auf die Länder zu als bei einer Bürgschaft, die vielleicht nie zum Tragen gekommen wäre.
Laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz könnten insgesamt 11.750 Arbeitsplätze wegfallen. In Thüringen sind rund 800 Stellen betroffen.