Zu einem Arbeitsbesuch in der Helbestadt weilte das Mitglied des Deutschen Bundestages, Iris Gleicke (SPD). Karl Heinz Herrmann von Kyffhäuser- Nachrichten sprach mit Bürgermeister Uwe Vogt (SPD) was der Inhalt der Gespräche war...
Es wurde ein langer Besuchstag, denn es ging um 14:30 Uhr los und dieser endete erst gegen 21:00 Uhr. Zuerst ging es ins Rathaus. Hier gab es eine Gesprächsrunde an der neben Bürgermeister Uwe Vogt und seiner Stellvertreterin, Renate Tänzler (CDU) auch Iris Gleickes Mitarbeiter Johannes Bauer und der stellvertretende Parteivorsitzende der SPD des Kyffhäuserkreises, Thomas Gehlhaar teilnahmen. Gesprächsthemen waren hier der Zustand der Einheitsgemeinde, die Zukunft der Gebietsreform und das es Probleme mit Investitionen gäbe, welche die Entwicklung hemmen. Hier ist immer wieder eine Verkürzung der Bürokratie angemahnt worden.
Ab 15:30 Uhr war man dann beim Autoservice Friedrich und überzeugte sich vom Funktionieren der Abwrackprämie, die auch hier ihre Wirkung zeigte. Geschäftsführer Gerd Friedrich erklärte, dass das Konjunkturpaket in der Autobranche seine Wirkung zeige. Auch die Thematik Opel wurde angesprochen. Alle Beteiligten in der Runde waren sich einig, dass eine Hilfe für das angeschlagene Unternehmen nur dann Sinn machen, wenn es nicht wieder in Richtung Mutterkonzern General Motors in die USA abfließe. In der nächsten Etappe ging es zum TEGUT- Markt, wo Marktleiter Steffen Kühn Rede und Antwort zu Problemen des Einzelhandels in kleineren Orten stand.
Anschließend besuchte das Gespann Vogt – Gleicke die FFW Ebeleben und wurden vom Wehrleiter Andreas Sorber und Kassenwart Marko Probst über die Probleme einer Feuerwehr informiert, die durch den demografischen Wandel immer mehr Probleme mit dem Personal bekommt, weil ganz einfach die Bevölkerungsbasis kleiner wird. Hierzu merkte Uwe Vogt an, dass es gelungen ist, vier führende Wehrmitglieder in die Stadtverwaltung oder zugehörigen Betrieben zu integrieren, was die Einsatzfähigkeit der Wehr unterstützt. Stolz ist man bei der Feuerwehr, dass es gelungen ist mit den Kinderfesten (letztes Jahr 120 Kinder zu Besuch), schon die Kleinsten an die Feuerwehr ranzuführen.
Ab 18:00 Uhr ging es dann ins Restaurant Athen zur Bürgerversammlung. An dieser Veranstaltung nahmen auch Vertreter der Ortsvereine Sondershausen bzw. Helbedündorf teil. Hier war insbesondere das Konjunkturpaket II das Hauptthema. Iris Gleicke informierte, dass der Bund durch zusätzliche Mittel die Auftragslage in der Wirtschaft ankurbeln möchte und erläuterte welche Möglichkeiten es gäbe. Sie zeigte sich im Gespräch aber sehr verwundert, so Uwe Vogt, dass der Freistaat Thüringen die Mittelweitergabe so verzögert.
Auch einige Vereine machen sich Hoffnungen, vom Konjunkturpaket etwas abzubekommen, mehrere Anträge liegen vor. Seltsam ist hier die Haltung des Freistaates Thüringen. So wurde z.B. das Vorhaben des VfL 1888 Ebeleben zur Erweiterung eines Sportplatzes (fristgemäß angemeldet) durch das zuständige Thüringer Wirtschaftsministerium mit dem Hinweis abgeblockt, die Kommunen hätten genügend Geld bekommen. Auch in diesem Punkt zeigt sich Uwe Vogt empört, da sich das Land so geschickt aus der Affäre zu ziehen versucht. Zunächst müssen die gemeindlichen Vorhaben abgesichert sein, da ja bei der Vorgehensweise die Gemeinde schließlich noch ihren Eigenanteil bringen muss, sollten sich dann noch freie Kapazitäten ergeben, dann sei man als Stadt Ebeleben auch für andere Vorhaben offen, so der Bürgermeister.
Fasst man die Aussagen zusammen, ergibt sich das Bild, dass es bei der Umsetzung des Konjunkturpakets II erheblichen Nachholbedarf durch die Landesregierung gibt. Da ist ja wohl ganz gut, dass Iris Gleicke die Probleme gleich mit nach Berlin nimmt.
(aus KN- K.-H. Herrmann)